Posted tagged ‘Thriller’

Simon Beckett – Chemie des Todes

7. Dezember 2011

Meine Mitblogger Miri und Caro haben dieses Buch auch schon gelesen, somit hänge ich ein wenig hinterher, denn ich hab mir das Buch erst vor kurzem vorgenommen. Jetzt wird es also endlich mal Zeit, dieses Werk auch zu rezensieren, auch wenn es als Bestseller wohl schon weithin bekannt ist.

(Bildquelle)

Der Einstieg in diesen Thriller ist meiner Meinung nach schon sehr gut gelungen. 2 kleine Jungs entdecken bei ihrem Streifgang durch den Wald eine stark verweste Leiche. Es handelt sich um die Schriftstellerin Sally Palmer, deren Leiche mit 2 Schwanenflügel „dekoriert“ wurde. Direkt die ersten Seiten können empfindliche Leser vielleicht abschrecken, da es teilweise schon recht eklig zugeht. Es wird ziemlich detailgetreu beschrieben wie weit das Verwesungsstadium schon vorangeschritten ist. Aber so bekommt man ein sehr gutes Feeling für die Stimmung des Buches.

Der ehemalige Rechtsmediziner David Hunter zieht sich nach dem Tod seiner Frau und seiner Tochter in das kleine abgelegene Dorf  Manham zurück und arbeitet da zusammen mit Dr. Maitland als Allgemeinmediziner. Seine Vergangenheit ist den Dorfbewohnern bis zu dem grausamen Leichenfund, 3 Jahre nach seinem Umzug in das Dorf, unbekannt. Als die Polizei das gewohnte Dorfleben auf den Kopf stellt und der Chief Inspector Mackenzie Hunter drängt, die Leiche zu obduzieren und dann auch noch eine zweite Bewohnerin des Dorfes verschwindet, ist David wieder mitten in seinem alten Berufsleben und macht sich auf die Suche nach dem Mörder.

Da die Handlung komplett in dem kleinen Dörfchen spielt, ist der Täterkreis wirklich überschaubar und man kann als Leser gut mitraten um wen es sich handeln könnte. Meiner Wahl hat sich letztendlich auch zur Hälfte bestätigt, auch wenn das Ende noch eine überraschende Wende bereit hält.

Durch die Tätigkeiten des Gerichtsmediziner Hunters beschränkt sich dieses Buch nicht nur auf den polizeilichen Aspekt der Tätersuche, sondern eben auch auf den gerichtsmedizinischen Bereich. Das fand ich besonders interessant. Es ging nicht zu sehr in den medizinischen Bereich, so dass man nichts mehr verstanden hatte, sondern konnte den Ausführungen und Erklärungen gut folgen. Aber keine Angst, es handelt sich hier nicht um eine reine Autopsiestunde, die Spannung kommt wirklich nicht zu kurz.

Die Story wird aus der Ich-Perspektive von David Hunter erzählt. Die Charaktere sind realistisch beschrieben, auch wenn einige Klischees benutzt werden, zum Beispiel beim Dorfpfarrer und den „Schlägertypen“ des Dorfes. Dennoch wirkt das nicht zu überspitzt, sondern glaubhaft.

Im Großen und Ganzen kann ich das Buch wirklich weiter empfehlen, zumindest an diejenigen unter euch, die nichts gegen ein paar unappetitliche Beschreibungen haben.

Advertisements

Jeff Lindsay – Die schöne Kunst des Mordens

30. August 2011

„Die schöne Kunst des Mordens“ ist der 4. Teil der Dexter-Reihe von Jeff Lindsay.
Nachdem der 3. Teil eher etwas mystisch und untypisch war, geht es mit dem 4. Teil wieder genau so wie ich es mag und so wie ich mir Dexter vorstelle.

Dexter kommt gerade mit seiner frischvermählten Ehefrau Rita aus den Flitterwochen, als  Miami mal wieder von einer unheimlichen Mordserie heimgesucht werden. Diesmal erstellt der Mörder aus seinen Opfern richtige Kunstwerke, filmt die Reaktionen der Menschen und stellt diese Videos bei Youtube online. Nachdem Deborah, Dexters Schwester, bei ihrem Ermittlungen schwer verletzt wird, tritt der Täter mit Dexter in eine persönliche Verbindung.

Wieder einmal wird aus Dexters Sicht geschrieben, so dass der schwarze Humor nicht zu kurz kommt. Dieser entsteht durch Dexters Beschreibungen von Situationen, die er völlig gefühllos erlebt.

Leider kommen Dexters nächtliche Abenteuer in diesem Teil zu kurz. Da er  selbst ein Serienkiller ist, der nachts seine Form der Gerechtigkeit auslebt, ist dies der Hauptteil seiner Persönlichkeit. Dafür erfahren wir aber wie er Ritas Kinder Astor und Cody langsam aber sicher auf seinen eigenen Pfad führt und sie zu kleinen Dextermonstern erzieht.

Nach dem schwächsten 3. Teil der Reihe ist „Die schöne Kunst des Mordens“ wieder ein typischer Dexterroman, so wie ich ihn mag. Deswegen kann ich ihn auch wieder weiterempfehlen und zwar nicht nur an Fans der Serie, sondern auch an Thrillerleser, die gern beim Lesen lachen und schmunzeln.

__________________________________________

Hier findet ihr meine Rezensionen zu den 3 Vorgängern:

Des Todes dunkler Bruder 
Dunkler Dämon
Komm zurück mein dunkler Bruder

Memento von P. J. Tracy

9. Februar 2011

Bei dem alljährlich stattfindenden Schneemannwettbewerb in Minneapolis wird ein grausiger Fund gemacht: in einem Schneemann wird die Leiche eines Polizisten gefunden. Die Detectives Leo Magozzi und Gino Rolseth fangen an zu ermitteln. Als ein weiterer Toter in einem Schneemann gefunden wird, führt sie die Spur nach Bitterroot, einem ganz besonderen Dorf, wo nur Frauen wohnen. Dort arbeiten sie zusammen mit dem neu gewähltem Sheriff Iris Rikker, die bisher über keinerlei polizeiliche Erfahrung verfügt, und versuchen den Täter ausfindig zu machen.

Mir fiel es am Anfang schwer mich mit den ganten Charakteren auseinander zu setzten, da das mein erstes Buch mit den Detectives Gino und Magozzi war. Dementsprechend war ich manchmal etwas verwirrt und habe die Personen verwechselt. Teilweise fand ich es schon sehr witzig und musste schmunzeln, da die Eigenarten mancher Charaktere sehr gut ausgearbeitet wurden und ich sehr nachvollziehen konnte wie sie in manchen Situartionen reagieren.

Die Story an sich ist unterhaltsam, aber teilweise vorhersehbar. Gut fand ich, dass die Grenzen zwischen „Gut“ und „Böse“ in einer Grauzone verschwimmen und die Frage nach Selbstjustiz eine Rolle spielt. Ich habe mich gefragt, ob es so ein Dorf wie Bitterroot wirklich gibt… Das Ende ist offen gehalten, was ich persönlich gar nicht so schlecht fand.

Ach ja, ich würde empfehlen das Buch nicht im Sommer zu lesen, da es im tiefsten Winter in Minneapolis spielt und man sich in die Story nicht ganz so gut hineinversetzten kann, wenn es draußen 30°C warm ist 😉

Die Chirurgin von Tess Gerritsen

21. Oktober 2010

 

Die Chirurgin: Roman„Die Chirurgin“ ist nun das zweite Buch, welches ich von Tess Gerritsen gelesen habe (diesmal habe ich mit dem Ersten angefangen 😉 ) und ich muss sagen es hat mir wesentlich besser gefallen, als „Todsünde“.

Zur Story: In Boston dringt nachts ein Unbekannter in die Schlafzimmer von alleinstehenden Frauen ein und unterzieht sie einer chirurgischen Operation, in dem er ihnen den Uterus entfernt und ihnen schließlich die Kehle durchschneidet. Während der Operation sind die Opfer bei vollem Bewusstsein. Schnell bringen Detective Moore und Detective Rizzoli diese Morde mit einem versuchten Mord zwei Jahre zuvor in Savannah  in Zusammenhang und befragen in dem Zusammenhang das damalige Opfer, die Chirurgin Cathrine Cordell. Dr. Cordell erschoss ihren damaligen Peiniger und so wird es für Moore und Rizzoli umso schwerer auf die Spur des jetzigen Mörders zu kommen. Steht er im Zusammenhang mit Savannah? Ist er ein Nachahmungstäter? Was haben die Opfer gemeinsam?

Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Dies steigert zum einen die Spannung und macht die Protagonisten interessanter. Die Gedanken des Mörders gehen einem wirklich nahe, da er sein Handeln für völlig normal und Gottgegeben hält. Lange Zeit tappen Rizzoli und Moore im Dunkeln, doch das Buch wird zu keiner Zeit langweilig. Das Thema Vergewaltigung spielt in diesem Buch eine große Rolle und bringt den Leser oft zum Nachdenken und man bekommt eine Ahnung, wie sich Frauen in dieser Situation fühlen.

Den einzigen Kritikpunkt, den ich habe, ist: Durch die Gedanken des Mörders, kommt der Leser schneller, als Rizzoli und Moore, dahinter, an welchem Ort er zu finden ist und was die Opfer gemeinsam haben. Dies lässt die Detectives ein bisschen dumm dastehen und   man denkt des Öfteren: „Denk doch mal nach, so schwer ist das nicht!“ 😉 Zudem ist das Ende nach der ganzen aufgebauten Spannung ein bisschen schnell und wie ich finde lieblos erzählt, allerdings kann es sein, dass andere Leser, dies anders empfinden.  Alles in allem kann ich sagen, das erste Buch von Tess Gerritsen ist ein Buch, welches lesenswert ist und man nicht so schnell aus der Hand legt.

Leichenblässe von Simon Beckett

11. August 2010

Leichenblässe

Nach Chemie des Todes und Kalte Asche ist Leichenblässe das dritte Buch in dem der forensische Anthropologe David Hunter auf Mördersuche geht. Diesmal spielt  die Handlung in Tennessee. In einer Jagdhütte in den Smoky Mountains wurde eine  Leiche entdeckt. Schnell finden die Ermittler heraus, dass die Spuren widersprüchlich sind, bis selbst der Todeszeitpunkt und die Todesursache fraglich sind.  Es tauchen weitere Leichen auf, bis schließlich Personen aus dem Ermittlerteam verschwinden…

Das Buch ist wie seine beiden Vorgänger sehr spannend geschrieben. David Hunter erzählt die Ermittlungen in der Ich-Perspektive und wird dabei immer wieder durch die Gedanken des Mörders unterbrochen, der in der Du-Perspektive erzählt. Diese sind extrem verstörend und verstärken die Spannung der Handlung noch.  

Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Der Täterkreis ist, wie immer bei Beckett sehr überschaubar. Wer allerdings nach 200 Seiten schon meint den Mörder zu kennen, sollte sich noch einmal erneut Gedanken machen. Allerdings ist hier die Möglichkeit wer in Frage kommt, begrenzter als in den beiden vorherigen Büchern und wenn man weiß worauf man achten muss, wird es einem hier leichter gemacht.  Am Ende kommt es zu einer überraschenden Handlung, was ebenfalls typisch für Beckett ist. Ich würde sagen, Leichenblässe kann sich ohne Abstriche in die Reihe von Chemie des Todes und Kalte Asche einreihen, wobei hier zu sagen ist, dass viele Leser das Buch schlecht fanden und es ziemlich auseinander genommen haben.

Wer sich für die Arbeit von forensischen Anthropologen interessiert wird auch im dritten Teil nicht enttäuscht, da Beckett wieder sehr genau auf durchgeführten Arbeiten eingeht.

Verdammnis von Stieg Larsson

29. April 2010

Nach einer kurzen Pause habe ich nun den zweiten Teil der Trilogie rund um Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander gelesen. Ich muss leider sagen, dass ich etwas enttäuscht bin über den so hoch gelobten Thriller. Aber zuerst einmal etwas über den Inhalt:

Die Geschichte setzt ca. ein-einhalb Jahre nach dem Ende von „Verblendung“ an (ich empfehle den ersten Teil zuerst zu lesen, da sie sehr aufeinander aufbauen). Lisbeth Salander hat den Kontakt zu Mikael Blomkvist und allen anderen Bekannten aus Stockholm abgebrochen und reist durch die Welt. Sie kann es sich ja leisten, da sie mittlerweile steinreich ist. Schließlich kommt sie doch nach Schweden zurück und schnüffelt im Computer von Mikael herum. Dabei entdeckt sie, dass er mit Dag Svensson und Mia Bergmann an einer Story um illegalen Mädchenhandel arbeitet.  Beim durchschauen der Materialien stößt sie auf einen Namen, der sie erstarren lässt. Sie stattet Dag und Mia einen Besuch ab. Noch in der selben Nacht werden die zwei ermordet aufgefunden – von keinem anderen als Mikael. Auf der Kellertreppe wird die Tatwaffe sicher gestellt mit den Fingerabdrücken von Lisbeth. Daraufhin beginnt eine Hetzjagd der Polizei und Medien auf die „psychisch gestörte“ Lisbeth Salander, denn sie ist die Haupttatverdächtige. Als dann auch noch ihr Betreuer Nils Bjurman ermordet aufgefunden wird, steht für die Polizei fest, dass sie etwas mit den Morden zu tun haben muss. Doch Mikael glaubt natürlich nicht daran, dass Lisbeth einfach so seine zwei Freunde umgebracht hat. Er vermutet, dass die Morde in Verbindung mit dem Mädchenhandel stehen, und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

Allerdings ist die ganze Story in dem Buch viiiiel komplexer und komplizierter, unter anderem weil sehr viele verschiedene Charaktere vorkommen (wobei man manchmal nicht weiß, warum diese Charaktere nun auftauchen). Vor allem wird die Vergangenheit von Lisbeth genauer erzählt, was ich ganz interessant fand. Leider dauert es fast 250 Seiten, bis es das erste mal spannend wird. Außerdem wird die Story so in die Länge gezogen, weil immer mehr Charaktere hineinbezogen und beschrieben werden (zu genau teilweise), aber sie spielen später überhaupt keine Rolle im Geschehen. Alle ermitteln und recherchieren, eine neue Erkenntnis wird dann von drei verschiedenen Personen natürlich auch drei mal entdeckt, was nicht unbedingt zum Spannungsaufbau beiträgt. Gegen Ende kommt dann doch noch etwas Spannung auf, obwohl man weiß wer die Morde begangen hat. Allerdings finde ich, ist die Figur Lisbeth Salander viel zu überzogen dargestellt, vor allem am Ende. Zu Beginn des Buches und auch im ersten Teil fand ich die Figur noch richtig toll, aber dann wurde ihr für meinen Geschmack zu viel angedichtet (sie kann so viel, ist so intelligent, aber ist ja so arm dran und so weiter). Enttäuscht war ich auch, dass das Thema Mädchenhandel nur so am Rande eine Rolle spielte. Es ging kaum in die Tiefe und wurde überlagert von vielen „Nebentätigkeiten“, sodass ich manchmal das Ziel aus den Augen verlor.
Trotz der ganzen negativen Kritik werde ich den letzten Teil auch noch lesen, einerseits weil ich ihn schon habe und anderseits wurden zu viele Handlungsstränge offen gelassen und ich dann doch neugierig bin, wie das alles aus geht (vielleicht haben manche der vielen kleinen Charaktere doch noch eine bedeutende Rolle im letzten Teil!?).

„No Time For Goodbye“ von Linwood Barclay

5. April 2010

Da ich von dem Autor schon „Too Close To Home“ gelesen hatte und sehr gut fand, wollte ich ein weiteres Buch von Barclay lesen und habe „No Time for Goodbye“ (auf deutsch: „Ohne ein Wort“) mir ausgesucht. Um mein Englisch etwas auf zu frischen, habe ich es mir auch bewusst in Orginal-Sprache gekauft. Es ist umgangsprachlich geschrieben und sehr gut zu verstehen, ich musste kaum Wörter nachschlagen 😉

Zur Handlung: Die 14 Jahre alte Cynthia Bigge wacht eines morgens auf und muss feststellen, dass ihre Eltern und ihr Bruder spurlos verschwunden sind. Am Abend zuvor hat ihr Vater sie noch bei einem Jungen und alkoholisiert angetroffen und sie nach Hause geschleift. Wütend hat Cynthia ihren Rausch ausgeschlafen und wacht ganz alleine in ihrem Haus auf. Keine Spur von ihrer Familie, keine Nachricht, keiner weiß, wo sie sein könnten. Cynthia wächst bei ihrer Tante auf, die sich gut um sie kümmert. Doch auch nach 25 Jahren weiß Cynthia immer noch nicht was damals geschehen ist. Mittlerweile ist sie verheirartet und hat eine Tochter. Durch einen Fernsehauftritt versucht sie weiterhin Klarheit in ihre Vergangenheit zu bekommen. Und tatsächlich erhält sie merkwürdige Nachrichten, anonyme Telefonanrufe und einen alten Hut ihres Vaters. Die Polizei kann ihnen auch nicht weiter helfen und so setzten sie einen Privatdetektiv ein, der vielleicht doch noch etwas über den Verbleib ihrer Eltern herausfindet. Doch auch Cynthias Tante scheint nicht immer ehrlich zu ihrer Nichte gewesen zu sein. Und Cynthia selbst? Weiß sie vielleicht doch mehr als sie zugeben möchte? Ihr Ehemann Terry, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, weiß nicht ob er seiner Frau noch vertrauen kann. Durch eine weitere ominöse Nachricht bekommen sie einen Hinweis auf den Verbleib von Cynthias Eltern und Bruder. Leben sie noch? Oder sind sie in der Nacht damals doch gestorben und der Killer ist jetzt auf der Jagd nach Cynthia und ihrer Tochter?

Dieser Thriller ist, wie ich finde, bis zum letzten Kapitel spannend. Der Anfang ist manchmal etwas zäh, aber dann rätselt man die ganze Zeit mit und kann das Buch gegen Ende kaum noch aus der Hand legen. Außerdem ist die Handlung nicht zu kompliziert, so dass es leicht vor dem Einschlafen (meine bevorzugte Lese-Zeit ;-)) zu lesen ist.