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[Hörbuch] Christopher Moore – Ein todsicherer Job

9. Dezember 2011

 Charlie Asher, ein typisches Beta-Männchen, also eher unauffällig, ist Besitzer eines kleinen Ladens und glücklich mit seiner Frau Rachel. Als diese allerdings bei der Geburt ihrer Tochter stirbt, steht Charlie plötzlich vor dem Nichts. Tief deprimiert versucht er sein Leben aus Liebe zu seiner Tochter, wieder auf die Reihe zu kriegen.

(Christopher Moore – Ein todsicherer Job )

Als plötzlich wildfremde Menschen in seiner unmittelbaren Nähe sterben und er diesen merkwürdigen Mann Minty Fresh immer wieder über den Weg läuft und dann auch noch Gegenstände anfangen rot zu leuchten und zu pulsieren, wird er langsam skeptisch. Oder irre. Aber wer weiß das schon so genau?

Als sich diese Ereignisse anhäufen, läuft ihm wieder Minty Fresh über den Weg, der ihn endlich aufklärt: Charlie ist ein Totenbote geworden, der die Aufgabe hat die Seelen der Verstorbenen einzusammeln und sie an seine nächsten Empfänger weiterzugeben.  So ganz erfreut ist er über diese neue Aufgabe natürlich nicht, aber es scheint ihm nichts anderes übrig zu bleiben, da sich sonst die dunkle Unterwelt „ins Oben“ begeben wird und die Gefahr besteht, das „ewige Dunkelheit“ herrscht. Das ist keine so erfreuliche Zukunftsversion.

Im ersten Moment war ich nicht wirklich sicher, ob dieses Hörbuch lustig werden wird oder doch eher traurig. Schließlich stirbt zu Beginn Rachel, die Frau von Charlie Asher und lässt ihn als Witwer und Vater zurück. Aber vor allem der Sprecher Simon Jäger verhilft der Story zu einer wirklich witzigen Atmosphäre.

Die Story an sich ist mit einigen schwarzen Humor gespickt und mit einer Menge interessanten Charakteren. Da sind nicht nur die kleine Gothikverkäuferin in Charlies Laden oder seine leicht männlich angehauchte Schwester, sondern auch die bösen Wesen aus der Unterwelt, liebevoll „Gullyhexen“ genannt. Auch die Höllenhunde die plötzlich auftauchen und sich um Charlies Tochter kümmern sorgen für einige Lacher. Das liegt zum einen natürlich an der genialen Beschreibung von Christopher Moore, zu einem großen Teil aber auch an Simon Jäger, der jedem einzelnen Charakter auf seine Weise interpretiert und sprachlich darstellt.

Ich habe dieses Hörbuch vor allem in der Bahn gehört und musste mich einige Male komisch anschauen lassen, weil ich plötzlich lachen oder wenigstens schmunzeln musste.

Letztendlich finde ich es wirklich gelungen und kann es mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

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Und auch hier wieder: Vielen Dank an Audible, ihr seid ein super Team!

Andrea Koßmann – Männertaxi

14. September 2010

Männertaxi ist der erste Roman von Andrea Koßmann und unter den Bücherbloggern schon ein kleiner Geheimtipp. Andrea Koßmann ist selbst auch eine begeisterte Bücherrezensentin und Kossis Welt wird vielen von uns Leseratten, die sich auch im Internet tummeln, ein Begriff sein.

Aber nun zu ihrem Erstlingswerk

Das Cover ist natürlich in seinem Quietschgelb schonmal ein Blickfang und wird im Bücherregal sicher nicht übersehen.

Isa Schwärzenbach ist eine Mitdreißigerin, Single und hat der Liebe abgeschworen. Sie will nur noch Spaß ohne Verpflichtungen.
Bei einem gemütlichen Abend mit ihrer besten Freundin Pia kommt ihr die Idee eines Männertaxis: Frauen sollen Männer ähnlich wie eine Pizza für einen Tag oder eine Nacht bestellen können. Isa beginnt also diese Marktlücke zu schließen und startet eine Anzeige in der sie die Männer aufruft, sich für ihre Idee zu bewerben.
Alles läuft gut an, die ersten geeigneten Männer sind gefunden und auch die ersten Kundinnen melden sich.
Bald wird Isa allerdings klar, dass Spaß im Leben nicht alles ist, Liebe gehört schließlich auch dazu und so wird ihr Leben mit Hilfe des Männertaxis ganz schön durcheinander gewirbelt.

Andrea Koßmann versteht es, ihrer Hauptfigur Isa Schwärzenbach Leben einzuflößen. Sie wirkt sehr real, hat ihre Ecken (oder eher Rundungen) und Kanten. Isa verkörpert äußerlich die starke Frau, die weiß was sie will, zweifelt aber auch innerlich an sich selbst und wünscht sich doch nur eine starke Schulter zum anlehnen. Auch die anderen Charaktere scheinen aus dem Leben gegriffen, auch wenn einige der Männer sehr typische Vorurteile verkörpern. Alle Charaktere durchleben eine gewisse Veränderung. Die einen mehr, die anderen weniger, aber immer glaubwürdig.

Das Buch ist witzig, es gab mehrere Stellen an denen ich still vor mich hingekichert, aber auch mal laut gelacht habe. Das liegt nicht nur an den teilweisen skurrilen Situationen, sondern vor allem an der sprachlichen Umsetzung, die wirklich gut gelungen ist. Aus der Ich-Perspektive von Isa lernt man die Männer so kennen, wie Isa sie sieht und kann ihre, teilweise etas wirren, Gedankengänge verfolgen.

Es gibt aber auch zwei, drei Szenen im Buch die einen schlucken lassen, weil sie einen wieder auf den Boden der Realität holen und zeigen, dass das Leben auch grausam sein kann. Ich hätte nicht gedacht, dass auch solche Seiten im Buch gezeigt werden, aber sie machen es abwechslungsreich und interessanter. Schließlich kann nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen sein.

Andera Koßmann ist hier wirklich ein sehr schöner erster Roman gelungen, „Eine turbulente Komödie“ trifft es wohl ziemlich gut, denn das Leben der Isabell Schwärzenbach ist sicher kein langweiliges 😉

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Ich möchte mich an dieser Stelle auch ganz herzlich beim Knaur Taschenbuch Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars bedanken!

sind wir lesesüchtig?

13. Februar 2010

In der Lesekantine habe ich eine schöne Liste gefunden, mit der man die Frage, ob man lesesüchtig ist, ziemlich gut beantworten kann 😉

Du erkennst, dass du lesesüchtig bist, wenn:

1. Du deinen eigenen Sachbearbeiter bei Amazon hast!
2. Deine Kreditkartenabrechnungen per Büchersendung verschickt werden!
3. Du Teil 3 einer Serie kaufst und noch bevor du angefangen hast zu lesen, freust du dich auf Teil 4!
4. Du das Jahr nicht in Frühjahr Sommer Herbst und Winter aufteilst, sondern Neuerscheinungen Frühjahr und Neuerscheinungen Herbst!
5. Die vielen Mails in deiner Mailbox keine Spams sind sondern die Lieferauskünfte deines Online-Buchhändlers!
6. Du deinen Buchhändler danach auswählst, wie weit es bis zum nächsten Parkhaus ist, damit du nicht so weit so schwer tragen musst!
7. Dein Stapel ungelesener Bücher in Höhe und Ausrichtung dem Schiefen Turm von Pisa ähnelt!
8. Du dich im Mai ärgerst, wenn ein im Oktober erscheinendes Buch noch nicht in der Datenbank deines Online-Buchhändlers zum Vorbestellen aufgeführt ist.
9. Die Familienmitglieder deiner Serienhelden dir geläufiger sind als deine eigenen Cousins und Cousinen!
10. Dein Postbote dich hasst!
11. Deine Familie dich ohne Buch vor dem Gesicht nicht mehr erkennt !
12. Du dich über ein schlechtes TV-Programm freust, denn es verschafft dir mehr Zeit zum Lesen!
13. Du dich im Eifer des Gefechts bei eBay selber überbietest!
14. Die Leihbücherei deines Heimatortes nur aufgrund deiner Buchspenden existieren kann!
15. Du alle Wochenenden im Baumarkt verbringst, um dir neue Regalbretter zuschneiden zu lassen!
16. Dein SUB auf unter 5 sinkt, steigt dein Puls auf 180!
17. Man dich auch den „Schrecken der Flohmärkte“ nennt!
18. Dein Vermieter dir kündigt, weil die Statik des Hauses nicht für deine Buchmengen ausgerichtet ist.
19. An Sonn- und Feiertagen du entweder online bestellst oder an den Hauptbahnhof gehst, um dir Suchtstoff zu beschaffen!
20. Du in den Urlaub fährst, dann hast die Klamotten im Handgepäck und der Koffer ist voller Bücher!
21. Du Deine Bücher grundsätzlich mit Schutzfolien versiehst, damit sie beim (sowieso schon vorsichtigen) Lesen nicht leiden.
22. Du bereits Freundschaften gekündigt hast, weil Du ausgeliehene Bücher beschädigt zurückbekommen hast.
23. Du heimlich in der Buchhandlung an den neuen Büchern riechst und Dich dabei verstohlen umsiehst.
24. Du Menschen, die die letzte Seite eines Buches zuerst lesen, für nicht gesellschaftsfähig hältst.
25. Du jedes Buch behältst, obwohl es Dir überhaupt nicht gefallen hat oder Du es nie lesen wirst.
26. Du das Gefühl hast, einen guten Freund verloren zu haben, sobald Du ein gutes Buch beendet hast.
27. Du niemals das Haus ohne Buch verlässt.
28. Du Dich über Bücher ärgerst, die Dir nicht gefallen, Du sie aber trotzdem zuende liest.
29. Du Grundsätzlich für jedes Buch ein neues Lesezeichen verwendest.
30. Du anstatt vor das Aquarium vor Dein Bücherregal sitzt.
31. Du als ansonsten friedliebender Mensch Mordgedanken bei schlampigen Übersetzungen oder Grammatik- und Rechtschreibfehlern hegst.
32. Du beim Lesen von dicken Bücher immer zwischendurch mal wieder den Klappentext liest.
33. Du Dich über Dein neues Auto nur deshalb freust, weil Du nun auch die schweren Hardcover mit Dir herumschleppen kannst.
34. Du Dir nicht vorstellen kannst, wie man in der Supermarktwarteschlange NICHT lesen kann.
35. Du Dir zu allen Feiertagen nur Bücher wünscht, obwohl Du mindestens zwei Leben bräuchtest, um Deinen derzeitigen SUB auch nur annähernd abbauen zu können.
36. Du Dir ein ausgeliehenes Buch, das Dir gut gefallen hat, nach dem Lesen kaufst, (obwohl Du noch nie ein Buch zweimal gelesen hast.)
37. Du nach jedem Kapitel die durchschnittliche Seitenanzahl je Kapitel berechnest.
38. Du unter allen Umständen ein neues Buch beginnen musst, nachdem Du das letzte fertig gelesen hast und Du dafür auch mitternächtliche Klettertouren im Nachthemd aufs Bücherregal auf Dich nimmst.
39. Du denkst, dass Du krank bist, wenn Du in einer Buchhandlung mal nichts kaufst.
40. Deine Umgebung völlig schockiert darauf reagiert, dich ohne Buch anzutreffen.
41. Du das Buch auch aufs Klo mit nimmst und liest.
42. Du andauern rufst: “Oh! Eine Buchhandlung!”
43. Du ständig über kreative Möglichkeiten nachsinnst, Deine wachsenden Bücherstapel unterzubringen
44. Du diverse Listen -incl. Sub – führst bzw. Dateien anlegst, um den Überblick über die Bücher zu behalte

Mehr als 10 Treffer: akut lesesüchtig
Mehr als 20 Treffer: fortgeschrittenes Stadium
Mehr als 30 Treffer: nicht mehr therapierbar

Mit meinen 11 Treffern bin ich also nur „akut lesesüchtig“ 😉

Ralf Schmitz – Schmitz‘ Katze

22. Januar 2010

„Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal“
Ich bin schon länger um das Buch rumgeschlichen und hab auch schon viel davon gehört, aber letzte Woche habe ich es dann doch endlich gekauft.
Es war ein guter Kauf!

Ralf Schmitz erzählt von seinen Erlebnissen mit seiner Katze (Minka, 23) und anderen Samtpfoten. Dies tut er auf seine gewohnte Art und während des Lesens konnte ich mir richtig vorstellen, wie er dabei auf der Bühne rumhopst und ich hatte immer wieder seine Stimme im Ohr.
Es gab mehrere Stellen, an denen ich laut lachend im Bett lag und noch mehr, an denen ich wissend nickte. Nur eine Story hab ich überblättert, weil sie meiner Meinung nach nicht wirklich in das Buch passte, (für mich) unlustig war und irgendwie keinen Sinn ergab: die Geschichte von Supercat. Dafür macht die Cat-Piss-Twilightzone und die vielen Bilder alles wieder gut.
Außerdemdem gibt es viele Tipps, mal mehr mal weniger nützlich, aber auf jeden Fall immer unterhaltsam.
Für Ralf Schmitz-Fans und Katzenliebhaber ist dieses Buch auf jeden Fall zu empfehlen, auch wenn man einige Storys schon aus dem Programm von Ralf Schmitz kennt.