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Madame Bovary von Gustave Flaubert

10. Juli 2010

Madame Bovary: Sitten der Provinz

Das Buch erzählt die zunächst die Geschichte von Charles Bovary, der in ärmlichen Verhältnissen aufwächst und von seiner ehrgeizigen Mutter zu einem Medizinstudium gezwungen wird. Nach seinem Abschluss und während seiner ersten Ehe lernt er Emma kennen und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Wie es das Schicksal so will, stirbt seine erste Frau und Bovary ist frei um Emma heiraten zu können. Von nun an wird Emmas Geschichte erzählt. Sie ist eine sehr elegante Frau mit einer guten Ausbildung, allerdings wird ihr ihre Intelligenz und ihre Neigung zum Grübeln bald zum Verhängnis, denn Emma hat sich die Ehe viel romantischer vorgestellt und so wird sie schließlich unglücklich. Um ihr einen Gefallen zu tun ziehen die beiden Bovarys in ein größeres Dorf. Dort begegnet der Leser ein paar eigentümlichen Bewohnern. Emma ist noch immer nicht glücklich. Sie flüchtet  sich in die Welt der Literatur und schließlich beginnt sie sich für andere Männer zu interessieren….

Dieser Roman war zu der damaligen Zeit ein Skandal, da es  sehr ausführlich die Möglichkeiten eines Ehebruchs  schildert ohne dabei ins Detail zu gehen. Zu Beginn hat der Leser noch Mitleid mit der armen Emma, die sich in ihrer Ehe eingeengt und zudem gelangweilt fühlt. Doch mit den fortschreitenden Kapiteln benimmt sich Emma wie ein kleines, verwöhntes Kind und ohne Rücksicht auf ihre Familie und ihren Ehemann, der sie über alles liebt und ihr einfach nur alles recht machen will. Dieses Benehmen ging mir irgendwann ziemlich auf die Nerven. Das Ende ist nicht  sehr überraschend, da es die logische Schlussfolgerung aus Emmas Benehmen und ihrer Natur ist.  

Madame Bovary ist ein Klassiker, der sehr bildreich und ausschmückend geschrieben ist, so dass es dem Buch keinen Abbruch tut, wenn man während des Lesens mit den Gedanken einmal abschweift, da man die Handlung auch ohne die Ausschmückungen versteht. Flaubert schafft es dem Leser einen guten Eindruck in den zerrissenen und widersprüchlichen Seelenzustand der Madame Bovary zu geben.  Nachteilig sind die langen Kapiteln, in denen es keine Unterbrechungen durch Absätze gibt, so dass man nicht „mal eben“ ein Kapitel lesen kann.

Zusammenfassend kann ich sagen, wer sich für Klassiker „Stolz und Vorurteil“, „Sinn und Sinnlichkeit“ und „Sturmhöhe“ interessiert , ist mit diesem Buch sicherlich gut bedient.

Sturmhöhe von Emily Bronte

5. Juli 2010

Sturmhöhe

Wie der Titel bereits ankündigt spielt das Buch zwischen den Anwesen Wuthering Hights (Sturmhöhe) und Trushcross Grange. Hier lernen wir die beiden Familien Earnshaw auf Wuthering Hights und Linton auf Trustcross Grange kennen. Zu Beginn wären da Hinley und Cathrine Earnshaw, deren Vater nach einem Ausflug in die Stadt den Zigeunerjungen Heathcliff mitbringt. Cathrine und er werden unzertrennlich und zwischen ihnen kommt es zu einer tiefen Freundschaft. In Trushcross Grange leben Isabella und Edgar Linton. Als Cathrine in das heiratsfähige Alter kommt, beginnt Edgar Linton ihr Avancen zu machen und sie entscheidet sich schließlich gegen ihren Jugendfreund und für den reicheren Edgar. Welche Folgen dies für ihr Leben, das der übrigen Anwesenden und schließlich auch für ihre Tochter und ihre Generation haben wird, sieht sie zu diesem Zeitpunkt nicht.

In dem Buch geht es in erste Linie um Rache, sehr viele Intrigen und um verletzten Stolz. Erzählt wird die Geschichte von der Haushälterin Nelly Dean, die jede der Hauptpersonen aufwachsen sieht und sich entwickeln sieht, so dass der Leser Informationen aus erster Hand erhält. Die Erzählung ist als Dialog zwischen ihr und einem Zugezogenen aufgebaut.  Durch die altmodische Sprache und die bildreiche Erzählung kommt es dem Leser so vor, als würde er in eine andere Welt eintauchen und nach ein paar Stunden ist man überrascht aus dieser Welt wieder aufzutauchen.

Die Hauptcharaktere sind keine sehr sympathischen Zeitgenossen. Sie sind überaus egoistisch, rachsüchtig und leben zu dem als ob es kein morgen gäbe. Man kommt an manchen Punkten nicht drum herum den Kopf zu schütteln oder die Augen zu verdrehen und ist bei manch kindischem Gehabe einfach nur genervt, so dass es schwer ist, sich für auch nur einen d r Hauptcharaktere zu erwärmen.

Das Buch lässt sich problemlos in die Reihe der Klassiker wie Stolz und Vorurteil, Sinn und Sinnlichkeit oder die Dornenvögel einreihen. Und obwohl es nicht so spannend ist wie ein Krimi lässt es sich doch schlecht aus der Hand legen, da es sehr anschaulich die damalige Zeit beschreibt und es einen regelrecht gefangen nimmt.

Also wieder mal ein Buch was ich nur empfehlen kann, da es keins der üblichen Liebesromane darstellt.