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[Hörbuch] Erbarmen von Jussi Adler Olsen

19. Januar 2012

Nach einem Einsatz, bei dem Carl Morck angeschossen, sein einer Partner getötet und der andere so verletzt wurde, dass er Zeit seinem Lebens vom Hals abwärts gelähmt bleiben wird, ist mit dem Ermittler kein Auskommen mehr. So kommen seine Chefs auf die Idee das Sonderdezernat Q einzurichen, welches von Morck geleitet werden soll. Natürlich ist dieser alles andere als begeistert und die Aussicht, dass sich dieses Dezernat im Keller befindet, stimmt ihn natürlich auch nicht fröhlicher. So nimmt er sich erstmal vor überhaupt nichts zu tun. Doch als er sich in den Kopf setzt eine Aushilfe zu benötigen ist er gezwungen sich mit den Akten alter nicht gelöster Fälle zu beschäftigen. Ins Auge springt ihm hier der Fall Merete Lingaard. Diese verschwand vor fünf Jahren auf einer Fähre spurlos. Die Polizei ging damals von Selbstmord aus. Als einziger Zeuge fungiert hier ihr geistig behinderter Bruder Uffe, der in seiner eigenen Welt lebt und zu dem nicht sprechen kann.

»Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag, Merete. Du bist jetzt hier seit 126 Tagen, und das ist unser Geburtstagsgeschenk: Das Licht wird von nun an ein Jahr lang eingeschaltet bleiben. Es sei denn, du weißt die Antwort: Warum halten wir dich fest?«

Parallel zu dem ersten Handlungsstrang erlebt der Leser Meretes Leiden in ihrer Gefangenschaft. Die zentrale Frage ist hier: Warum? Warum muss Merete Lingaard dieses Qual über sich ergehen lassen? Jedes Jahr zu ihrem Geburtstag wird ihr dieses Frage gestellt. Da sie die Antwort nicht kennt, erfolgt sogleich eine Strafe. Jedes Jahr wird der Luftdruck in dem Raum um ein bar erhöht. Je nach belieben schalten die Entführer das Licht für längere Zeit an und aus.

Morck und Assad beginnen den Fall von vorne aufzurollen und erfahren ziemlich schnell, dass die Polizei damals gravierende Fehler in den Ermittlungen gemacht und wichtige Hinweise ignoriert oder übersehen hat. Nach vier Jahren bekommt Merete an Neujahr mitgeteilt, wann sie im folgenden Jahr sterben wird, so dass Morck und Assad nun gegen die Zeit ermitteln müssen.   

Das Hörbuch ist von der ersten Minute an spannend. Schon im Prolog wird Meretes Gefangenschaft beschrieben. Diese Handlung ist grausam, zum Teil sehr ekelig, aber auch mitleidserregend geschildert. Nicht selten bekommt man eine Gänsehaut oder schüttelt sich vor Ekel. Bewunderswert ist hier Meretes Kämpfergeist, der immer wieder erwacht, wenn die Entführer ihr neue Strafen zufügen und man beginnt sich unwillkürlich zu fragen, wie man selbst eine solche langjährige Gefangenschaft und Qual überleben würde.

Morcks und Assads Ermittlungen, sind sehr spannend beschrieben. Lange Zeit ist nicht klar wie sich die einzelnen Puzzleteile zu einer Lösung zusammensetzen. Durch das Zusammenspiel zwischen Morck und Assad ist der ein oder andere Schmunzler dabei und lockert die an sich recht grausame Erzählung etwas auf. Nachteilig fand ich allerdings, dass ich noch vor Merete auf die Lösung gekommen bin, weshalb sie gefangen und gefoltert wird. Was mich außerdem gestört hat war, dass manch aufgeworfene Fragen nur unzulänglich aufgelöst wurden. Im Allgemeinen war ich aber sehr begeistert und freue mich schon auf die nächsten Adler-Olsen Bücher.

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[Hörbuch] Das Tal Season 1.1 von Krystyna Kuhn

13. Januar 2012

Julia und Robert Frost sind die letzten Freshmen, die im Solomon-College ankommen. Schon die Fahrt in das Tal, in welchem das College liegt wird für die beiden Hauptpersonen als sehr gespenstig beschrieben. Am College angekommen, werden die Freshmen erstmal mit einer geheimen Einweihungsparty im Bootshaus begrüßt. Was sich zu erst als harmlose Party entpumt, wird ziemlich schnell zum Alptraum, als Robert sieht, wie sich ein junges Mädchen von einem Felsen stürzt und nicht mehr auftaucht. Robert springt ohne nach zu denken in den See und versucht das Mädchen zu retten. Doch sie ist nicht die einzige, die spurlos verschwunden bleibt….

 

Das Tal. Das Spiel: Season 1. Teil 1.

 

Zu allererst muss ich sagen, dass dieses Hörbuch ein Jugendhörbuch ist, dementsprechend sollte man auch die Erwartungen an dieses Hörbuch stellen. Die Charaktere sind ziemlich klassisch gewählt. Julia und Robert Frost, die eine Woche später am College ankommen und natürlich eine sehr mysteriöse Vergangenheit haben und niemandem an dem College vertrauen dürfen. Ihre Geschichte, wird bis kurz vor Ende für den Leser zwar immer wieder angedeutet, aber niemals wirklich greifbar. Dann gibt es da noch Julias Mitbewohner und Roberts Mitbewohner. Auch hier bedient sich die Autorin der klassichen Charaktere: Die Kluge, die Hübsche, die Nervige und die Geheimnisvolle stille. Der Coole, der Rätselhafte, welcher sich natürlich für Julia interessiert, der Freak und der gutaussehende Student aus den höherene Semestern.

Das Hörbuch wurde mir von einer Bekannten empfohlen, die meinte es wäre ziemlich gruselig. Ich hatte in keiner der Szenen Gänsehaut oder hab mich gegruselt, allerdings wird durch die vielen Rätsel, welche von den Hauptpersonen gelöst werden müssen Spannung aufgebaut. Zu Beginn dümpelt das Hörbuch allerdings ein bisschen vor sich hin und erst im nach hinein wird dem Leser die düstere und geheimnisvolle Stimmung von Robert und Julia klar. Ich muss sagen, ich war hier ein bisschen auf dem Holzweg. Ich hatte das Gefühl Fantasy-Buch zu hören, allerdings wird am Ende alles realistisch aufgelöst. Positiv war außerdem, dass man sich die ganze Geschichte wie einen vorstellen konnte, allerdings wird keine der Personen näher beschrieben.

Alles in allem würde ich sagen: ganz nett.

 

[Hörbuch] Die purpurnen Flüsse von Jean-Christophe Grangé

29. Dezember 2011

Was macht man, wenn man keine Zeit hat zu lesen? Genau man holt sich Hörbücher! 😉 „Die purpurnen Flüsse“ von  Jean-Christophe Grangé wurde uns von einer Freundin empfohlen und es war ein guter Tipp. Was haben eine Leiche im Wald in die Schändung einer Gruft gemeinsam? Ja erstmal gar nichts. In dem Ort Guernon nahe Grenoble  wird die Leiche eines junge Bibliothekaren gefunden. Zuerst geht die Polizei von einem Ritualmord aus.  Doch da die Anordnung der Leiche und deren Foltermerkmale auf ein äußerst grausames Verbrechen hinweisen, wird der Polizist Pierre Niemans hinzugeholt. Niemans entspricht auf der einen Seite dem typischen harten Bullen, der sich an keine Regeln hält und trotzdem von allen gekannt und geschätzt wírd, auf der anderen Seite hat er auch gewaltätige Aussetzer, die ihn zu Beginn des Buches mit einem Bein in den Knast bringen. Obwohl Niemans nicht der typsiche Ermittler ist, der einem schnell ans Herz wächst, wirkt seine Person ziemlich faszinierend auf  den Leser. Sympathisch ist hier, das Niemans nicht als absoluter Alleskönner und Held dargestellt wird. Auch er macht Fehler, die tödlich Enden…

Karim Abdouf ist Maghrebiner und noch nicht allzu lange bei der Polizei. Er kommt aus einem kriminellen Millieu und hat sich zum Polizisten hoch gearbeitet. Da er sich nicht anpassen wollte, wurde er in das Kaff Sarzac versetzt. Hier muss sich der sehr talentiere „Bulle“ mit Auffahrunfällen und kleinen Streitereien herumschlagen. Deswegen reagiert er nicht gerade begeistert, als er den Einbruch in eine Schule und die Schändung der Gruft eines zehnjährigen Mädchens untersuchen soll. Interessant wird es allerdings, als sich herausstellt, dass alle Unterlagen auf denen das verstorbene Mädchen zu sehen ist, aus der Schule entfernt wurden. Karim beginnt in der Vergangenheit zu stöbern und stößt bei seinen Ermittlungen irgendwann auf das Dorf Guernon.Karim ist von seiner Persönlichkeit her ähnlich, wie Niemans. Er nimmt niemanden ernst, hat vor nichts Angst oder Respekt und lebt nach dem Motto: „Damit du’s nicht vergißt, … ein Bulle ist immer ein Problem. Aber ein arabischer Bulle ist ein gottverdammtes Problem.“ Natürlich laufen die Ermittlungen an einem bestimmten Punkt zusammen (wie könnte es anders sein) und die beiden Ermittler versuchen zusammen hinter das Geheimnis der purpurnen Flüsse zu gelangen. Ohne das Ende vorweg zu nehmen, hat sich Grangé eine äußerst interessante Geschichte einfallen lassen.

Grangé schreibt sehr bildlich. Es ist schon einige Wochen her, dass ich dieses Buch gehört habe und trotzdem kann ich mir alles immer noch genau vorstellen. Zum Teil, schreibt er sehr brutal, so dass ich an manchen Stellen wirklich eine Gänsehaut bekommen habe. Die Personen und Orte sind sehr genau beschrieben, was das Buch wie einen inneren Film vor dem Auge vorbeiziehen lässt. Insgesamt ist es ein Hörbuch, welches durch die Stimme des Vorlesers und durch dezente Musikuntermalungen so spannend ist, dass man es kaum ausmachen kann. Wer gerne gute Hörbücher und zudem noch Thriller mag, wird um dieses Hörbuch nicht herum kommen, aber Vorsicht: Suchtgefahr!

Nachdem wir das Hörbuch gehört haben, haben Caro und ich mir den Film angeguckt und waren wirklich enttäuscht. Das Buch ist unheimlich gekürzt worden. Die Story hat eine andere Reihenfolge erhalten und wir haben uns nachher gefragt, ob man den Film ohne Buch überhaupt richtig versteht. Wer also bisher nur den Film kennt wird von dem Hörbuch begeistert sein!

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Vielen Dank an das Team von Audible.

Zurück aus einer laangen Pause

29. Dezember 2011

Hallo liebe Leser!

Ich hoffe ihr seid uns trotz der langen Pause treu geblieben. Wie Maria schon erwähnt hat, ist es im Moment schwer für uns Artikel zu schreiben, weil wir uns eigentlich mit anderen Dingen beschäftigen müssten. Wie das aber so ist, ganz lassen kann man es ja doch nicht und so möchte ich nun wieder Rezensionen veröffentlichen. Ich habe mittlerweile meine Lesesucht zum Nebenjob gemacht und arbeite seit eine paar Woche in einer Buchhandlung. Natürlich ist dies für meinen Geldbeutel alles andere als förderlich, wie ihr euch denken könnt. 😉

Viel Spaß beim erneuten Stöbern!

Miri

Als die Vögel verstummten von Mary McCarthy

27. Juli 2011

Ellie ist eine junge aufsteigende Ärztin. Sie ist glücklich verheiratet und hat alles was sie sich nur wünscht. Doch dann reift in ihr der Wunsch ein Kind zu bekommen. Ihr Mann Larry ist davon alles andere als begeistert und die Ehe beginnt zu krieseln. Dann stirbt Larry plötzlich bei einem Autounfall und Ellie beschließt für ein Jahr eine Auszeit von ihrem Leben zu nehmen. Sie mietet sich in dem Haus „The Lodge“ ein. In der Nähe von diesem Haus ist vor mehr als zwanzig Jahren ein Mord passiert, der bis in die Gegenwart nicht aufgklärt wurde. Obwohl Ellie es nicht darauf anlegt, wird ihr doch von verschiedenden Bewohnern etwas über die ermordete Lorna und die Umstände ihres Todes erzählt. Nicht nur was hier ans Licht kommt ist für Ellie überraschend…

Und die Vögel verstummten

 

Wer denkt bei dem Buch handelt es sich um einen Krimi wird enttäuscht sein. „Als die Vögel verstummten“ ist ein Roman, bei dem die Umstände des Mordes zwar im Vordergrund stehen, aber Ellie beginnt nicht a´la Miss Marple gezielt nach dem Mörder zu suchen. Auch ist sie nicht die jenige, die schließlich den Mord aufklärt. Neben den Umständen des Mordes wird auch Ellie´s Leben vor und in „The Lodge“ beschrieben. Was in der Vergangenheit passierte, wird durch gezielte Rückblicke erlärt, welche das Buch sehr interessant gestalten und die Geschichte vervollständigen. Auch die Bewohner von „The Lodge“ sind rätselhaft und kompliziert. Sie fesseln sowohl Ellie als auch den Leser.

Ich muss sagen ich war sehr überrascht wer am Ende als Mörder entlarvt wurde. Zwar wird im Laufe des Buches klar, wer für den Mord in Betracht kommt und wer wie mit der ermordeten Lorna in Beziehung stand. Dennoch ist bis zum Ende nicht klar wer den Mord begangen hat. Aufgelockert wird das Buch durch Dialoge, die Ellie mit der alzheimerkranken Granny Laffan führt, die ebenfalls in „The Lodge“ lebt. Ich musste ein paar mal wirklich über die alte Dame lachen.

Was mich gestört hat war, dass das Buch über den Mord noch hinaus geht. ich war mit dem Ende des Buches alles andere als zufrieden, aber das muss jeder für sich selber entscheiden.

Der alte Mann und das Meer von Ernest Hemingway

14. Juli 2011

Manchmal überkommt es mich ja und dann denke ich ich  tue  mal was für meine Bildung und lese einen „Klassiker“. So wie auch bei diesem Fall. Leider muss ich sagen, dass ich nicht sonderlich gut darin bin Bücher zu interepretieren und so habe ich mich in dem Fall auch nur auf die Geschichte konzentriert.

Der alte Mann Santiago hat schon seit über 40 Tagen keinen Fisch mehr gefangen, obwohl er jeden Tag von früh bis spät auf dem Wasser ist. Eines Tages fährt er besonders weit raus und wirft den Köder in die Tiefe des Meeres. Nach ein paar Stunden beißt ein Fisch an, doch dieser ist so groß und stark, dass er es nicht schafft den Fisch zu erlegen, geschweige denn ihn ins Boot zu ziehen. Der Fisch ist so stark, dass er Santiago und sein Boot in Schlepptau nimmt und ihn tiefer hinaus aufs Wasser zieht. Insgesamt sind die beiden drei Tage und drei Nächte unterwegs.

Zu Beginn fand ich das Buch etwas schleppend, doch als Santiago den Fisch fängt und die drei Tage mit ihm auf dem Wasser verbringt, wird sehr schnell der Kampf zwischen Mensch und Natur deutlich. Der Fisch verkörpert dabei sehr deutlich die Natur. Er wird als sehr anmutig und stark und unabhängig beschrieben. Santiago entwickelt in der Zeit auf dem Wasser eine sehr innige Beziehung zu dem Fisch und beschreibt ihn als seinen Bruder. Er gerät sogar darüber ins grübeln ob er rechtens ist dieses Fisch zu töten. Santiago auf der anderen Seite verkörpert den Menschen, der vom Fischfang leben muss und verhungern würde, wenn er den Fisch nicht erlegt, obwohl er zu gleichen Zeit weiß, dass er es nicht tun sollte. Der Kampf findet seinen Höhepunkt, als der Fisch an die Oberfläche kommt um Luft zu holen und Santiago den Moment ergreift um den Fisch zu erlegen.

Und wer kennt nicht das tragische Ende des Buches? Auch dieses beschreibt den Kampf zwischen Mensch und Natur und zeigt zudem, dass die Menschen niemals so arrogant sein sollten zu denken, sie hätten über die Natur gesiegt, denn am Ende kann man doch wieder alles verlieren.

Gefallen hat mir das Buch ganz gut. Da es nicht sonderlich lang ist, hab ich es an einem Tag gelesen. Allerdings finde ich immer muss man in der Stimmung für diese Art von Buch sein. Das Buch lebt viel von Satzwiederholungen und ausschweifenden Beschreibungen, dennoch finde ich es beeindruckend, dass sich Hemingway schon zu Beginn der Fünfziger mit diesem Thema befasst hat. Es ist sein bekanntestes Buch und außerdem das letzte, welches zu seinen Lebzeiten erschien. Drei Jahre nach der Veröffentlichung bekam er dafür den Nobelpreis für Literatur verliehen.

Schatten über den Weiden von Nora Roberts

5. Juli 2011

Dieses Buch ist mein absolutes Lieblingsbuch. Ich habe es schon viermal gelesen. Es ist eine gute Mischung aus Liebesgeschichte (die bei Nora Roberts ja nie fehlen darf und auch nie zu kurz kommt), einem Krimi und einer Pferdegeschichte.

Schatten über den Weiden.

Kelsey bekommt eines Tages einen Brief von ihrer totgeglaubten Mutter, die sie einlädt mit ihr einen Monat auf ihrem Vollblurgestüt zu verbringen, um sie kennenzulernen. Natürlich ist Kelsey völlig durcheinander doch am Ende fährt sie natürlich auf die Ranch. Nach und nach muss sie feststellen, dass sie nicht nur ihre Mutter lieben lernt. Die Familie ihres Vaters, besonders ihre Großmutter, ist natürlich alles anderes als begeistert über diese Beziehung. Kelsey beginnt das Leben auf dem Gestüt zugenießen, was nicht zu letzt auch durch den attraktiven und zum Teil auch skrupellosen Nachbarn  Gabe gefördert wird. Doch die Vergangenheit ihrer Mutter lässt sie nicht los, zumal in ihrer Zeit auf der Farm ähnliche Geschehnisse passieren und so beginnt sie in der Vergangenheit zu forschen und wühlt dabei eine Menge Staub auf.

Um es kurz zu machen: Dieses Buch ist spannend, romantisch, hautnah geschrieben und auch die Pferdethemen kommen auch nicht zu kurz!

Was habt ihr für Lieblingsbücher?