Autor-Archiv

Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier

9. Mai 2011

In dem Roman geht es um Raimund Gregorius, ein Lehrer für Griechisch, Hebräisch und Latein an einem Berner Gymnasium, der von seinen Schülern „Mundus“ oder „Papyrus“ genannt wird weil er etwas langweilig und in seinem Fach eingefahren wirkt. Er trifft eines Morgens eine Frau, die, nachdem sie das Wort „portugues“ sagte, in ihm etwas auslöst, was ihn dazu veranlasst mitten im Unterricht weg zu gehen und sein Leben umzukrempeln. In einem antiken Buchladen fällt ihm das Buch von Amadeu de Almeida Prado, eines portugiesischen Arztes, in die Hände. Fasziniert von der portugiesischen Sprache und dem Klappentext auf dem Buch macht sich Gregorius auf den Weg nach Lissabon, um mehr über dieses Buch und den Autor zu erfahren. Dort trifft er Menschen, die Prado kannten und ihm vom Leben des intelligenten, sprachgewandten und selbstkritischen Arztes erzählen. So erfährt Gregorius von Prados schwierigen Elternhaus, seinen Selbstzweifeln und von der Widerstandsbewegung gegen den portugiesischen Diktator Salazar. Gregorius selbst wächst in gewisser Hinsicht über sich hinaus, denkt viel über sein Leben und seine Träume nach, und macht manchmal etwas verrückte Dinge.

Seit längerer Zeit habe ich mal wieder einen Roman gelesen und fand ihn insgesamt sehr gut. Es ist zwar keine „leichte Kost“, das man mal eben so nebenbei lesen kann (also ich zumindest nicht), aber die philosophischen Passagen regen zum Nachdenken an. Mir gefiel es gut, dass man nach und nach mit Gregorius alles über den portugiesischen Arzt erfährt. Man fiebert teilweise mit, wen Gregorius als nächstes trifft und welches Puzzle-Teil als nächstes zu dem Bild hinzugefügt werden kann. Auch wenn gewisse Dinge oder Personen etwas merkwürdig erscheinen, hat es mir Spaß gemacht das Buch zu lesen und kann es weiter empfehlen, wenn man mal etwas Philosophisches lesen möchte.

Memento von P. J. Tracy

9. Februar 2011

Bei dem alljährlich stattfindenden Schneemannwettbewerb in Minneapolis wird ein grausiger Fund gemacht: in einem Schneemann wird die Leiche eines Polizisten gefunden. Die Detectives Leo Magozzi und Gino Rolseth fangen an zu ermitteln. Als ein weiterer Toter in einem Schneemann gefunden wird, führt sie die Spur nach Bitterroot, einem ganz besonderen Dorf, wo nur Frauen wohnen. Dort arbeiten sie zusammen mit dem neu gewähltem Sheriff Iris Rikker, die bisher über keinerlei polizeiliche Erfahrung verfügt, und versuchen den Täter ausfindig zu machen.

Mir fiel es am Anfang schwer mich mit den ganten Charakteren auseinander zu setzten, da das mein erstes Buch mit den Detectives Gino und Magozzi war. Dementsprechend war ich manchmal etwas verwirrt und habe die Personen verwechselt. Teilweise fand ich es schon sehr witzig und musste schmunzeln, da die Eigenarten mancher Charaktere sehr gut ausgearbeitet wurden und ich sehr nachvollziehen konnte wie sie in manchen Situartionen reagieren.

Die Story an sich ist unterhaltsam, aber teilweise vorhersehbar. Gut fand ich, dass die Grenzen zwischen „Gut“ und „Böse“ in einer Grauzone verschwimmen und die Frage nach Selbstjustiz eine Rolle spielt. Ich habe mich gefragt, ob es so ein Dorf wie Bitterroot wirklich gibt… Das Ende ist offen gehalten, was ich persönlich gar nicht so schlecht fand.

Ach ja, ich würde empfehlen das Buch nicht im Sommer zu lesen, da es im tiefsten Winter in Minneapolis spielt und man sich in die Story nicht ganz so gut hineinversetzten kann, wenn es draußen 30°C warm ist 😉

Garou: Ein Schaf-Thriller von Leonie Swann (Hörbuch)

15. Januar 2011

Dies ist der 2. Teil über die Schafe aus „Glennkill“, die diesmal auf Europareise sind und in Frankreich auf einer Weide vor einer ehemaligen Nervernheilanstalt den Winter verbringen. Dort treibt sich der mysteriöse „Garou„, ein Werfwolf, herum und versetzt Mensch und Tier in Angst und Schrecken. Erst passieren merkwürdige Dinge, bis schließlich ein Mord geschieht… Die Schafe sind fest entschlossen den Garou zu entlarven und ermitteln mit ihrer „Schafslogik“. Was wissen die Ziegen auf der Nachbarweide? Was hat der Schrank auf ihrer Weide für eine Bedeutung? Treibt der Garou sich in dem angrenzenden Wald herum oder ist er doch im Schloss zu finden? Spannend bleibt es bis zum Schluss…

Wer „Glennkill“ mochte, wird auch an dem zweiten Teil seine Freude haben. Die Schafe finde ich einfach nur süß und es ist witzig zu verfolgen, wie sie mit ihrem „Schafsverstand“ das Rätsel zu lösen versuchen. Diesmal ist es eher ein Thriller als ein Krimi (wie der Titel schon sagt), da es verschiedenen mysteriöse Sachen zu lösen gilt. Man muss auch nicht unbedingt den ersten Teil kennen, um den zweiten Teil zu verstehen. Allerdings werden die Schafe nicht mehr so genau vorgestellt und die ganzen Namen plus die neu hinzugekommenen Namen können einen schon mal verwirren.

Die Stimme von Andrea Sawatzki, die das Buch ließt, fand ich sehr gut. Auch durch ihre unterschiedlichen Stimmlagen hat sie das Buch sehr lebendig gestaltet. Insgesamt kann ich das Buch / Hörbuch nur weiter empfehlen für alle, die die Welt mal aus der Schafsperspektive betrachten wollen 🙂

Ein großes Dankeschön geht an Hörbuchverlag „Audible„, bei dem ich das Hörbuch runtergeladen habe.

Vollidiot von Tommy Jaud

18. November 2010

Vollidiot von Tommy JaudSimon Peters steht kurz vor seinem 30. Geburtstag, ist erfolgloser Telefonverkäufer und zudem noch gefrusteter Single. Denn mit den Frauen klappt es bei ihm irgendwie nicht so richtig. Sei es mit den Mädels aus der Bar oder dem Blind-Date, das ihm seine Putzfrau besorgt. Seine Freunde raten ihm mal auszuspannen und richtig Urlaub zu machen. Doch auch dort geht es mit den Frauen schief. Selbst sein bester, übergewichtiger Freund Flick scheint mehr Glück bei dem weiblichen Geschlecht zu haben. Doch dann sieht Simon das milchaufschäumende Mädchen im Starbucks, direkt gegenüber von seiner Arbeitsstelle und verliebt sich auf den ersten Blick.  Mit seiner guten Freundin Paula schmiedet Simon Pläne, wie er seine Traumfrau  für sich gewinnen kann. Doch irgendwie läuft es doch nicht so, wie Simon es sich vorgestellt hat…

Ich fand das Buch schon sehr witzig und musste an vielen Stellen laut lachen. Tommy Jaud schafft es seine Hauptfigur immer wieder in aberwitzige Situationen zu manövrieren und als Leser muss man einfach nur schmunzeln. Oft dachte ich einfach nur „was für ein Vollidiot!!“ 😉  Leider fand ich das Ende etwas übertrieben, aber ansonsten ist es eine unterhaltsame Lektüre für zwischendurch, wo man nicht viel mitdenken muss. Das Buch wurde ja auch verfilmt mit Oli Pocher als Hauptfigur Simon Peters – ich fand das sehr passend 🙂 außerdem orientiert sich der Film sehr nah am Buch, aber kleine Änderungen gibt es natürlich auch hier.

Die Meisterin von Trudi Canavan

14. Juli 2010

Im letzten Teil der Trilogie „Die Gilde der Schwarzen Magier“ kommt es schließlich zum Showdown und das Geheimnis um Akkarin, den Hohen Lord der Gilde, wird gelüftet. Aber zuerst kurz etwas zum Inhalt.

Sonea hat zwar mittlerweile den Respekt der anderen Novizen gewonnen, aber sie ist immer noch Geisel von Akkarin. Außerdem geschehen in der Stadt Imardin mehrere merkwürdige Morde, die auf Praktiken von Schwarzer Magie hindeuten. Als Sonea zufällig mitbekommt wie Akkarin von einem Fremden in seinem Haus angegriffen wird und es zum Kampf kommt, erklärt der Hohe Lord ihr was es mit der Schwarzen Magie auf sich hat und wie er sie erlernt hat. Dabei erfährt Sonea, dass Kyralia und die Gilde in Gefahr schweben. Die Ichani, eine Gruppe Aussetzige aus dem benachbarten Land Sachaka, planen Imardin zu überfallen um sich an Akkarin und der Gilde zu rächen. Leider ist es in Sachaka noch üblich Schwarze Magie zu praktizieren, sodass die Ichani sehr starke Magier sind. Erst zweifelt Sonea, ob Akkarin ihr die Wahrheit erzählt. Erst als sie einen Sklaven der Ichani mit eigenen Augen sieht und seine Gedanken lesen kann, begreift sie in welcher Gefahr ihre Heimat schwebt. Sie beschließt Akkarin zu helfen und bittet ihn sie Schwarze Magie zu lehren. Doch dann entdeckt die Gilde, dass Akkarin und Sonea diese verbotenen Praktiken ausüben und verbannt sie dem Land, da sie Akkarins Geschichte nicht glauben. Doch die Gefahr durch die Ichani rückt immer näher…

Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten 😉 Aber ich kann versprechen, dass es spannend wird. Mir hat die Trilogie sehr gut gefallen. Die Story wird immer aus der Sicht verschiedener Haupt-Charaktere erzählt, was das Geschehen sehr lebendig macht. Besonders gut gefallen hat mir zum Beispiel die Stelle im ersten Band, wo Rothen in Soneas Gedanken ist und sie lehrt ihre Kräfte zu beherrschen. Die Szene wurde so schön bildlich beschrieben, dass man das Gefühl hatte man wäre selbst auch in Soneas Gedanken. Außerdem fand ich die Beschreibung dazu einfach passend, weil es nicht total überdreht ist, sondern es hört sich alles sehr logisch an.

Das Ende ist relativ offen gehalten. Leider fand ich den großen Showdown etwas mager ausgefallen. Aber ich finde es lohnt sich (nicht nur für Fantasy-Fans) die Bücher zu lesen.

Die Novizin von Trudi Canavan

13. Juli 2010

Der zweite Band von der Trilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“ handelt hauptsächlich von Soneas erstem Jahr als Novizin. Man taucht als Leser wieder in die Welt von Kyralia ein und erlebt mit Sonea den Alltag der Magier.

Da Sonea die erste Novizin aus den ärmlichen Hüttenvierteln ist, wird sie besonders mit Argwohn bedacht. Doch ihre Klassenkammeraden, besonders ein Novize namens Regin, machen ihr das Leben zur Hölle. Sie drangsalieren und schneiden sie, wo sie nur können. Rothen, ein älterer Magier und Freund versucht ihr so gut es geht zu helfen. Doch die meiste Zeit muss Sonea alleine damit klar kommen. Selbst als sie eine Klasse überspringt und neue Mitschüler bekommt, kann sie sich den Schikanen einiger Novizen kaum entziehen. Zum Glück ist Sonea klug, fleißig und verfügt über ein sehr großes magisches Potential, was ihr bei einem Duell gegen Regin zu Gute kommt. Doch das ist nicht Soneas einziges Problem: schon im ersten Band beobachtet sie zufällig Akkarin, den hohen Lord der Gilde, wie er sogenannte Schwarze Magie praktiziert, was strengstens verboten ist. Neben Rothen erfährt auch Lorlen, der Administrator der Gilde und Akkarins guter Freund davon. Lorlen bittet Sonea und Rothen die Sache erstmal für sich zu behalten, doch Akkarin erfährt schließlich von ihrem Wissen. Er lässt sich zu Soneas Mentor bestimmen, um sie zu kontrollieren und als Geisel gegen Lorlen und Rothen einzusetzen.

Der zweite Teil gewährt noch tiefere Einblicke in die magische Welt und den Alltag von der Gilde. Die Autorin schreibt relativ unkompliziert, was einem das Gefühl vermittelt mitten in dem Geschehen zu sein. Man leidet und fiebert jedes mal mit Sonea mit wenn sie von den anderen Novizen geärgert wird. Mir sind die meisten Charaktere ans Herz gewachsen und ich konnte es kaum erwarten den letzten Band zu lesen um zu erfahren, wie die Geschichte weiter geht.

Die Rebellin von Trudi Canavan

12. Juli 2010

Nachdem ich jetzt alle drei Teile der Reihe „Die Gilde der schwarzen Magier“ gelesen habe, folgt nun endlich meine Rezi 🙂

Die Bücher lassen sich leicht lesen und sind teilweise witzig , aber auch Spannung kommt nicht zur kurz. Die Welt, welche Trudi Canvan in ihren Büchern geschaffen hat, klingt logisch und ist nicht zu abgedreht. Man hat das Gefühl, dass es diese Welt tatsächlich gibt. Aber worum geht es eigentlich?

In Imardin, die Hauptstadt von Kyralia, findet zu Beginn des ersten Buches die sogenannte „Säuberung“ statt, d.h. alle armen Leute werden aus der Stadt, wo die reichen Kaufleute leben, in die Hüttenvierteln vor den Stadtmauern getrieben. Unterstützung dafür bekommt die königliche Garde von Magiern aus der Gilde. Die Gilde ist eine Art Bund, der Menschen mit potentiellen magischen Kräften zu Magiern ausbildet. Allerdings werden nur Kinder aus reichen Häusern auf magische Kräfte geprüft und als Novizen aufgenommen. Doch bei Sonea, ein Mädchen aus den Hüttenvierteln, kommt alles anders. Denn auch sie wird an dem Tag der Säuberung  aus der Stadt vertrieben. Aus Wut wirft sie, wie viele andere Jugendliche auch, einen Stein auf die Magier. Diese aber ziehen zum Schutz vor Wurfgeschossen ein sogenanntes Schild hoch, um nicht getroffen zu werden und normalerweise prallen Steine daran ab. Doch in Sonea schlummern große magische Kräfte, die plötzlich frei gesetzt wurden und so durchbricht ihr Stein das Schutzschild und trifft einen Magier am Kopf. Danach bricht erstmal das totale Chaos aus. Sonea ist selbst überrascht und flieht erstmal mit ihren Freunden. Die Magier der Gilde beschließen Sonea unbedingt zu finden, da sie lernen muss ihre Kräfte zu kontrollieren, ansonsten fügt sich sich und ihrer Umgebung heftigen Schaden zu. Doch wie die meisten Hüttenbewohner verabscheut Sonea die Gilde und versteckt sich mit Hilfe der Diebe, die im Untergrund der Stadt wirken. So beginnt ein Katz- und Maus-Spiel zwischen den Magiern und Sonea. Gleichzeitigt wird Sonea ermutigt ihre Kräfte weiter zu erproben. Doch das wird ihr immer mehr zum Verhängnis, denn später kann sie es kaum noch kontrollieren. Schließlich wird sie doch noch an die Gilde ausgeliefert. Dort zeigt ihr Rothen, ein Magier, wie sie ihre Kräfte kontrolliert. Doch zuerst muss er ihr Vertrauen gewinnen, denn Rothen kann ihr nur helfen, indem er in ihre Gedanken eindringt. Schließlich wird Sonea vor die Wahl gestellt: entweder sie tritt in die Gilde ein und wird zu einem Magier ausgebildet, oder ihre Kräfte werden blockiert und sie kann in die Hüttenvierteln zurück kehren. Nachdem Rothen sie überzeugen kann, dass man mit Magie viel Gutes und Sinnvolles machen kann (z.B. Krankheiten und Verletzungen heilen), entschließt sich Sonea zu bleiben, um dann später als Heilerin vor allem den armen Menschen zu helfen. Spannend wird es am Ende nochmal, als die Entscheidung getroffen werden soll wer  Soneas Mentor wird. Denn neben Rothen hebt der Magier Fergun ebenfalls Anspruch darauf, allerdings nicht mit guten Absichten…

Hiermit endet der erste Band. Teilweise zieht sich die Geschichte etwas hin, aber es ist trotzdem unterhaltsam und nett zu lesen. Es dient vor allem als Einleitung, um den Leser in die magische Welt einzuführen und die Charaktere kennen zu lernen.