Archiv für August 2011

Jeff Lindsay – Die schöne Kunst des Mordens

30. August 2011

„Die schöne Kunst des Mordens“ ist der 4. Teil der Dexter-Reihe von Jeff Lindsay.
Nachdem der 3. Teil eher etwas mystisch und untypisch war, geht es mit dem 4. Teil wieder genau so wie ich es mag und so wie ich mir Dexter vorstelle.

Dexter kommt gerade mit seiner frischvermählten Ehefrau Rita aus den Flitterwochen, als  Miami mal wieder von einer unheimlichen Mordserie heimgesucht werden. Diesmal erstellt der Mörder aus seinen Opfern richtige Kunstwerke, filmt die Reaktionen der Menschen und stellt diese Videos bei Youtube online. Nachdem Deborah, Dexters Schwester, bei ihrem Ermittlungen schwer verletzt wird, tritt der Täter mit Dexter in eine persönliche Verbindung.

Wieder einmal wird aus Dexters Sicht geschrieben, so dass der schwarze Humor nicht zu kurz kommt. Dieser entsteht durch Dexters Beschreibungen von Situationen, die er völlig gefühllos erlebt.

Leider kommen Dexters nächtliche Abenteuer in diesem Teil zu kurz. Da er  selbst ein Serienkiller ist, der nachts seine Form der Gerechtigkeit auslebt, ist dies der Hauptteil seiner Persönlichkeit. Dafür erfahren wir aber wie er Ritas Kinder Astor und Cody langsam aber sicher auf seinen eigenen Pfad führt und sie zu kleinen Dextermonstern erzieht.

Nach dem schwächsten 3. Teil der Reihe ist „Die schöne Kunst des Mordens“ wieder ein typischer Dexterroman, so wie ich ihn mag. Deswegen kann ich ihn auch wieder weiterempfehlen und zwar nicht nur an Fans der Serie, sondern auch an Thrillerleser, die gern beim Lesen lachen und schmunzeln.

__________________________________________

Hier findet ihr meine Rezensionen zu den 3 Vorgängern:

Des Todes dunkler Bruder 
Dunkler Dämon
Komm zurück mein dunkler Bruder

Tim Pears – Der Lauf der Sonne

12. August 2011

Vor einiger Zeit habe ich aus dem Bücherschrank einen Roman gefischt. Letztens stand ich vor meinem Bücherregal, habe blind hineingegriffen und in meiner Hand hielt ich „Der Lauf der Sonne“ von Tim Pears. Ich habe vorher noch nie von dem Buch gehört und auch der Autor ist für mich unbekannt. Ich bin also völlig ohne Vorahnung an das Buch rangegangen und irgendwie hat sich das Gefühl der Ahnungslosigkeit auch während des Lesens nicht gelegt.

Hier mal der Klappentext

Mit dem ersten Tag des neuen Jahres, Punkt Mitternacht, begeben sich sechs Menschen – scheinbar unabhängig voneinander – auf einen Weg, der ein ganzes Jahr dauern und das Schicksal jedes Einzelnen verändern und erfüllen wird. Wie durch ein unsichtbares Geflecht aus Vergangenheit und Gegenwart, Erinnerungen und Neubeginn, Melancholie und Hoffnung sind diese Menschen verbunden. Und am Ende scheint wie bei einem Kaleidoskop hinter den bunten Facetten des Schicksals das Wesentliche auf – das Leben selbst. In seiner ganzen Vielfalt.

Wie erwähnt finden sich in diesem Buch viele Erzählstränge. Einzelne Personen, ihre Vergangenheit und ihre Gegenwart werden vorgestellt. Jeder Charakter für sich ist zwar interessant, aber sie wirken doch eher flach und überspitzt dargestellt. Über ein Jahr hinweg werden die Personen begleitet und nach und nach finden sie zusammen, so dass alle Einzelgeschichten am Ende zusammenkommen.

Eigentlich mag ich Bücher, bei denen sich alles erst am Ende auflöst, aber hier scheint es irgendwie zusammengezimmert. Ganz nach dem Motto „Was nicht passt, wird passend gemacht.“

Durch die verschiedenen Erzählstränge werden auch viele Themen angesprochen. Neben Drogen, ein bisschen Sex und Musik werden auch EU-politische Themen , Tierversuche und Versuche am Menschen thematisiert. Diese Themen an sich finde ich interessant und lesenswert, aber leider ging die Betrachtung nicht sehr tiefgründig. Wahrscheinlich sind die Themen einfach zu weit gefächert um sie intensiver zu betrachten.

Nachdem ich das Buch beendet habe, musste ich erstmal darüber nachdenken was genau ich hier überhaupt gelesen habe. Wie gesagt: die einzelnen Themen sind schon interessant und die Verbindung zwischen Tier- und Menschenversuchen scheint mir auch verständlich, aber die Auflösung fand ich enttäuschend. Ich denke aus dem Buch, bzw aus der Thematik hätte der Autor viel mehr herausholen können. Einzelne Erzählstränge hätten gekürzt oder komplett weggelassen werden können um andere weiter hervorzuheben.

Tim Pears schreibt teilweise sehr ausschmückend. Allerdings kam es mir manchmal so vor als würde dies aus Sicht der mit Drogen vollgestopften Charaktere geschehen. Den einzelnen Handlungssträngen kann man zwar gut folgen, auch wenn es eine Weile dauert bis man alle Charaktere kennt und auseinanderhalten kann, dennoch fehlt im großen und ganzen der rote Faden.