Archiv für Mai 2011

Schneewittchen muss sterben von Nele Neuhaus (Hörbuch)

31. Mai 2011

Nachdem dieses Buch ja lange die Bestsellerlisten angeführt hat, hab ich mir gedacht, ist es an der Zeit mir einmal selber eine Meinung zu bilden.

Das Hörbuch „Schneewittchen muss sterben“ handelt von Tobias Satorius, der aufgrund eines Indizienprozesses zu 10 Jahen Haft verurteilt wurde, da behauptet wird, dass er zwei Mädchen ermordet haben soll. Tobias selber kann sich weder an die Tat erinnern, noch was mit den Leichen geschehen ist. Nach zehn Jahren im Gefängnis wird Tobias entlassen und kommt zurück in sein Heimatdorf Altenhain. Die Bewohner Altenhains sind natürlich alles andere als begeistert, den vermeintlichen Mörder wieder in ihrer Mitte zu wissen und machen dies auch mehr als deutlich. Zur gleichen Zeit werden auf einem Flughafengelände zwei Mädchenleichen entdeckt und als zusätzlich wieder ein Mädchen nach Tobias Entlassung verwschwindet, werden die alte Wunden noch zusätzlich aufgerissen… Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein beginnen mit den Ermittlungen und gehen dafür ganz weit zurück in die Vergangenheit und versuchen das Netz der Lügen und des sich-gegen-seitig-deckens zu entwirren.

Schneewittchen muss sterben: Gekürzte Lesung

Natürlich ist dem Leser klar, dass Tobias die Morde nicht begangen hat, sondern den Lügen einer eingeschweisten Dorfgemeinschaft zum Opfer gefallen ist. Doch wer ist nun der Mörder? Oder waren es mehrere?  Was hat es mit dem merkwürdigen Thies auf sich, der vermeintlich Autist ist, aber dennoch sehr ausdruckstarke und grausame Bilder malt? Das Buch ist durchaus spannend geschrieben, mit vielen Irrungen und Wirrungen und so ist dem Leser nie ganz klar, welche Hauptperson nun zu den guten und welche zu den schlechten gehört. Sehr gut beschrieben fand ich, wie anprangernd und rücksichtslos sich eine Dorfgemeinschaft gegen jemanden verschwören kann und welche Auswirkungen dies nicht nur für den Ausgestoßenen, sondern auch für die ganze Familie hat. Ich würde das Hörbuch auf jedenfall für jeden empfehlen, der gerne miträtselt, auch mal zweimal hinhört und sich auch durch Umwege nicht aus der Bahn bringen lässt. 🙂

Speziell zu dem Hörbuch lässt sich noch sagen, dass die Sprecherin das Buch gut gelesen hat und die Spannung auch gut rüberbringen konnte.

Vielen Dank an Audible und JenniferWilken für die tolle Betreuung!

James Patterson – Sonntags bei Tiffany

26. Mai 2011

Auf einem Hinterhofflohmarkt in Dresden, bei dem viele Sachen verschenkt wurde, habe ich vor einiger Zeit ein paar Bücher entdeckt. Unter anderem auch „Sonntags bei Tiffany“ von James Patterson.

288 Seiten
Verlag: Page & Turner
ISBN-10: 9783442203390

Die kleine achtjährige Jane wächst bei ihrer Mutter Vivienne  auf. Diese ist eine erfolgreiche Produzentin am Broadway und viel beschäftigt. Deswegen verbringt Jane viel Zeit allein mit ihrem Freund Michael. Obwohl Michael für alle anderen unsichtbar ist, ist es Janes bester Freund. Bis zu ihrem 9. Geburtstag, an dem Michael sie verlassen muss. Laut Gesetz der unsichtbaren Freunde muss dies so geschehen. Der Plan sieht vor, dass Jane sich nicht mehr an Michael erinnern kann und ihn somit auch nicht vermissen wird. 

Doch der Plan scheint schief zu gehen, denn Jane kann sich sehr gut an Michael erinnern und vermisst ihn jeden Tag. Auch als sie 23 Jahre später als Mitarbeiterin in der Produktionsfirma ihrer Mutter tätig ist, kann sie Michael nie ganz vergessen. Sie produziert ein eigenes Bühnenstück in dem ein kleines Mädchen und ihr unsichtbarer Freund die Hauptrolle spielen. Ihr Freund Hugh, der in diesem Stück die Rolle des Michael übernimmt, ist viel mehr an Janes Kontakten interessiert als an ihr selbst und Jane muss das auf nicht so schöne Art selbst erfahren. 

Michael unterdessen hat eben ein anderes Kind verlassen müssen und nutzt seine freie Zeit bis zu seinem nächsten Auftrag bei einem kleinen Kind in New York. Es kommt wie es kommen muss: Michael begegnet Jane und steht vor der Entscheidung ob er das Schicksal herausfordern soll und sich ihr zeigen soll. 

Zugegeben: dieser Roman ist sehr kitschig, dennoch sehr schön. Mir gefällt die Idee, eine Story um einen unsichtbaren Freund zu schreiben und ich hätte gern mehr über diesen „Job“ erfahren. Im Vordergrund steht in diesem Roman aber eindeutig die Beziehung von Jane zu Michael. Nachdem sie eine glückliche Kindheit mit ihm verbracht hat, ist eine Zukunft für beide nicht so einfach.

Der Schreibstil ist flüssig und wechselt die Sichtweisen. Einerseits werden Kapitel aus Janes Sicht beschrieben, andererseits aber auch aus Michaels Sicht. So kann man tiefer in die Gefühlswelt der jeweiligen Personen eintauchen und kann deren innere Kämpfe besser mitverfolgen.

Im Großen und Ganzen hat mir „Sonntag bei Tiffany“ gut gefallen. Es gibt unglaublich kitschige, romantische Szenen, aber das muss eben auch mal sein. Außerdem lockern die „Fantasy-Szenen“ um den unsichtbaren Freund alles ein wenig auf und zum schmunzeln gibt es letztendlich auch ein paar Stellen.

Das Verlorene Labyrinth von Kate Mosse (Hörbuch)

12. Mai 2011

Bei Ausgrabungen in einer Höhle im Herzen des Languedoc entdeckt Alice Tanner zwei Skelette und darüber eine Wandmalerei, die ein Labyrinth darstellt. Trotz aller Begeisterung für ihren Fund fröstelt es Alice beim Anblick der Toten. Ihre unguten Gefühle werden verstärkt durch den Ring, den einer der Toten trägt und auf dessen Innenseite sich die Labyrinthzeichnung wiederholt. Alice beschließt, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen… Achthundert Jahre zuvor erhält die junge Alaïs am gleichen Ort ein Buch mit fremdartigen Zeichen und Diagrammen. Sie weiß, dass sie das Geheimnis des Buches hüten muss – um jeden Preis. Das verspricht sie ihrem Vater, als sie dessen Erbe als Hüterin des Heiligen Grals antritt. Verlust, Intrige, Gewalt und Leidenschaft prägen fortan ihr Leben. Bis das Schicksal sie genau wie Alice in jene Höhle führt, in der sich alles entscheidet. Historische Atmosphäre, mystisches Wissen und Spannung – Das verlorene Labyrinth ist ein fesselnder Roman über das größte Rätsel der Menschheit: die Unsterblichkeit.(Klappentext)

 

Das verlorene Labyrinth

Das Hörbuch ist von der ersten bis zur letzten Minute sehr spannend erzählt und man kann kaum aufhören es zu hören. Durch die Parallelerzählung der beiden Hauptcharaktere Alice und Alais, entsteht sowohl Spannung als auch ein Puzzle, das sich von Minute zu Minute mehr zusammensetzt, bis beide Handlungsstränge plötzlich in einem Finale enden. Besonders der Handlungsstrang von  Alais in der Vergangenheit, fand ich besonders gut erzählt.

 Obwohl es durch das Thema der Unsterblichkeit ein bisschen an einen Fantasy-Roman erinnert, ist die Geschichte durchaus realistisch erzählt und wirkt dadurch nicht abgehoben (was ich bei solchen Themen eher mag als abgedrehte Romane die man nicht nachvollziehen kann).

Die beiden Hautprotagonisten sind dem Hörer absolut sympathisch, was den Suchtfaktor dieses Buches noch mehr fördert. Die Orte und Personen sind sehr eindeutig beschrieben, ohne langweilig zu wirken und durch die verschiedenen Orte begibt man sich auf eine Reise durch Frankreich. 

Mein Fazit: Das Hörbuch ist auf jeden Fall hörenswert! Mit seinen achteinhalb Stunden ist es auch für Hörbucheinsteiger geeignet. Die Sprecherin Julia Fischer schafft es durch ihre Art das Buch zu lesen, den verschiedenen Charakteren Leben einzuhauchen und den Leser von Beginn an in eine ganz andere Welt eintauchen zu lassen.

Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier

9. Mai 2011

In dem Roman geht es um Raimund Gregorius, ein Lehrer für Griechisch, Hebräisch und Latein an einem Berner Gymnasium, der von seinen Schülern „Mundus“ oder „Papyrus“ genannt wird weil er etwas langweilig und in seinem Fach eingefahren wirkt. Er trifft eines Morgens eine Frau, die, nachdem sie das Wort „portugues“ sagte, in ihm etwas auslöst, was ihn dazu veranlasst mitten im Unterricht weg zu gehen und sein Leben umzukrempeln. In einem antiken Buchladen fällt ihm das Buch von Amadeu de Almeida Prado, eines portugiesischen Arztes, in die Hände. Fasziniert von der portugiesischen Sprache und dem Klappentext auf dem Buch macht sich Gregorius auf den Weg nach Lissabon, um mehr über dieses Buch und den Autor zu erfahren. Dort trifft er Menschen, die Prado kannten und ihm vom Leben des intelligenten, sprachgewandten und selbstkritischen Arztes erzählen. So erfährt Gregorius von Prados schwierigen Elternhaus, seinen Selbstzweifeln und von der Widerstandsbewegung gegen den portugiesischen Diktator Salazar. Gregorius selbst wächst in gewisser Hinsicht über sich hinaus, denkt viel über sein Leben und seine Träume nach, und macht manchmal etwas verrückte Dinge.

Seit längerer Zeit habe ich mal wieder einen Roman gelesen und fand ihn insgesamt sehr gut. Es ist zwar keine „leichte Kost“, das man mal eben so nebenbei lesen kann (also ich zumindest nicht), aber die philosophischen Passagen regen zum Nachdenken an. Mir gefiel es gut, dass man nach und nach mit Gregorius alles über den portugiesischen Arzt erfährt. Man fiebert teilweise mit, wen Gregorius als nächstes trifft und welches Puzzle-Teil als nächstes zu dem Bild hinzugefügt werden kann. Auch wenn gewisse Dinge oder Personen etwas merkwürdig erscheinen, hat es mir Spaß gemacht das Buch zu lesen und kann es weiter empfehlen, wenn man mal etwas Philosophisches lesen möchte.

Mord am Samstagmorgen-Ein Fall für Kay Scarpetta von Patricia Cornwell

7. Mai 2011

Samstag morgens wird Kay Scarpetta mal wieder aus dem Bett geklingelt. Am Tatort befindet sich wie schon bei den drei Fällen zuvor die Leiche einer Frau, die mit einer Schlinge um den Hals, welche an ihren Füßen befestigt wurde und sich zuzieht sobald sie die Beine streckt, ermordet wurde. Diese Frau ist, wie in den Fällen zuvor auch, vergewaltigt wurden während sie starb. Der Mörder schlägt immer nur Samstagsmorgens zu. Ansonsten gibt es keine Übereinstimmung zwischen den Morden, was es für Kay Scarpetta schwierig macht dem Täter auf die Schliche zu kommen. Allerdings hinterlässt er Spuren, die der Pathologin eher Rätsel aufgeben, statt ihr behilflich zu sein.

Ein Fall für Kay Scarpetta

Auch privat läuft es für sie nicht gut. Ihre Nichte Lucy ist für die Ferien bei ihr und hält sie ganz schön auf trapp. Lucy ist ein Genie und wird zudem von ihrer Mutter vernachlässigt, weshalb sie unter schweren Verlustängsten leidet. Und dann ist da natürlich noch ein Mann, aus dem sie einfach nicht schlau wird.

Dieser Krimi ist nicht nur der erste Fall von Kay Scarpetta sondern war auch mein erstes Patricia Cornwell- Buch. Ich muss sagen, dass ich mir mehr von der Autorin versprochen habe. Das Buch gibt einen guten Einblick in die Polizeiarbeit, rund um einen Mord, allerdings fand ich das  Buch bisweilen zu detailliert und langweilig. Die Spannung wurde immer wieder durch Beschreibungen unterbrochen. Die Personen haben auch die typischen Charaktere wie in anderen Büchern und was mich zudem geärgert hat war, dass der Mörder keiner von den zuvor vorgestellten Personen ist, sondern jemand ganz neues, so dass der Leser zwar selber Vermutungen anstellen kann, am Ende aber enttäuscht wird, weil das ganze miträtseln umsonst war. Das Ende fand ich ein bisschen zu schnell und zu leicht aufgelöst.

Also ein Buch was man mal an einem Wochenende lesen kann, mit einem recht guten Schreibstil, vielen möglichen Tätern zum mitfiebern, welche den Leser bis zum Schluß im dunkeln tappen lassen.

Kerstin Gier – Smaragdgrün

3. Mai 2011

Ich habe den 3. Teil innerhalb von 3 Tagen regelrecht verschlungen und hier bekommt ihr endlich meine Rezension dazu zu lesen 😉

 Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: Arena

Das Cover ist wieder wunderschön gestaltet, passend zu den beiden Vorgängern. Somit haben die 3 Bände einen Sonderplatz in meinem Bücherregal ergattert um richtig zur Geltung zu kommen.

Nachdem Gwens Herz gebrochen scheint muss sie sich mit ihrer besten Freundin und ihrem wasserspeienden Dämon Xemerius ablenken. Nebenbei geht sie aber noch einigen Geheimnissen nach, die sich als Zeitreisende so ergeben. Dabei bricht sie alle erdenklichen Regeln, die der Geheimbund aufgestellt hat. Allerdings muss sie auch mit Gideon einige Aufgaben in der Vergangenheit erledigen. Dabei muss sie sich dem Graf von Saint Germain stellen, der in der Vergangenheit lebt. Auf Liebeskummer kann Gwen da keine Rücksicht nehmen, denn es geht hier um Leben und Tod.

Dieses Buch ist genauso liebevoll geschrieben wie die beiden Vorgänger. Die Beziehung zwischen Gwen und Gideon steht kurz vor dem Ende, aber natürlich kann man hier auf einige romantische Szenen und „Hach“-Momente hoffen.
Xemerius sorgt wieder für einige Lacher.
Endlich lösen sich auch die vielen Geheimnisse und Rätsel auf. Kerstin Gier schafft es, dass es bis zum Schluss spannend bleibt. Außerdem gibt es immer wieder kleine Überraschungen und Wendungen.

Ich finds richtig schade, dass die Trilogie mit diesem Buch beendet ist, freue mich aber auf die Verfilmung…es wird da ja so einiges gemunkelt 😉
Ich bin jedenfalls richtig begeistert von diesen Büchern und seit Harry Potter hat mich keine Buchreihe so sehr gefesselt.
Daher an dieser Stelle wieder ein „unbedingt-lesen-Fazit“…allerdings ist es natürlich notwendig Rubinrot und Saphirblau vorher zu lesen.