Die Rosenzüchterin von Charlotte Link

Franca ist 34 Jahre alt und verlässt so gut wie nie das Haus, da sie  unter schweren Panikattacken leidet und ohne Tabletten ihr Leben nicht aushält. Ihre Ehe besteht aus ständigen Vorwürfen ihres Mannes Michael. Ansonsten leben die beiden ziemlich nebeneinander her. Zweimal im Jahr allerdings muss Franca ihre Angst überwinden und geschäftlich für ihren Mann nach Guernsey fliegen. Als sie dort ankommt stellt sie fest, dass sie ihre Tabletten vergessen hat, ihr Hotel die Buchung nicht bekommen hat und zu dem die ganze Insel ausgebucht ist.

Durch Zufall lernt sie Alan kennen, der sie kurzer Hand bei seiner Mutter einquartiert. Zunächst ist Franca völlig überfordert mit der Situation, doch schnell entwickelt sich eine Freundschaft zwischen ihr und der siebzig jährigen Beatrice. Zunächst besteht diese Freundschaft aus einem Briefwechsel, doch nachdem Franca erfahren hat, dass ihr Mann schon seit über einem Jahr ein Verhältnis hat, flieht sie zu Beatrice zurück auf die Insel. Die alte Dame beginnt, erst in Briefen und später persönlich, ihre Geschichte zu erzählen, wie  Sie als Kind zu der Besatzerzeit durch die Nazis im Haus eines launischen und depressiven Nazioffiziers aufwuchs. Doch auf der Insel passiert mehr, als Francas langsame Ablösung von ihrem Mann…

Das Buch ist interessant geschrieben und erinnert an die „Sturmzeit-Triologie“, die ja ebenfalls von Charlotte Link stammt. Allerdings spielt die Handlung nicht in Deutschland, sondern auf der Kanalinsel Guernsey. Durch Beatrice Rückblicke wird die Handlung immer wieder unterbrochen, so dass es im Prinzip zwei Handlungsstränge gibt. Einen in der Gegenwart und einen in der Vergangenheit. Ab einem bestimmten Punkt konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Es wird sehr deutlich beschrieben, wie sich andere Länder unter der Besatzung und Kontrolle durch die Nazis gefühlt haben.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass Charlotte Link nachdem Beatrice ihre Geschichte  zu Ende erzählt hat, einen Mord geschehen lässt, der nicht direkt im Zusammenhang mit der vorherigen Geschichte steht, bzw. der Tot dieser Person auch anders hätte gelöst werden können. Ich habe es so empfunden, als wollte versucht werden, das Buch durch den Mord spannender zu gestalten, was das Buch meiner Meinung nach gar nicht nötig hat. Zudem ist der Zusammenhang aus dem der Mord geschieht für die vorherige Geschichte nahezu irrelevant und außerdem unspektakulär. Ich finde das Buch wäre und  ist auch ohne Mord mehr als lesenswert!

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2 Kommentare - “Die Rosenzüchterin von Charlotte Link”


  1. […] Bücherhühner – unser Bücherblog « Die Rosenzüchterin von Charlotte Link […]


  2. Von der Kanalinsel hörte ich in diesem Roman zum ersten Mal und es war überhaupt mein erstes Buch dieser Autorin.


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