Archiv für März 2011

Margaret George – Heinrich VIII. Mein Leben

20. März 2011

Ich kann es eigentlich noch gar nicht glauben, dass ich das Buch jetzt wirklich beendet habe. Angefangen habe ich damit im letzten Jahr und hab es dann lange Zeit zur Seite gelegt. Warum weiß ich gar nicht so genau, denn es hat mir ja eigentlich gefallen. Jedenfalls habe ich es vor einiger Zeit, zwischen meinen Prüfungen, endlich mal wieder hervorgeholt und weitergelesen.

Bei diesem Roman, welcher stolze 1333 Seiten umfasst, beschreibt Margaret George das Leben von dem englischen König Heinrich VIII. Dies geschieht in Form eines Tagebuches, welches Heinrich am Ende seines Lebens selbst verfasst hat. Sein Hofnarr Will Somers hat dieses Tagebuch um einige Kommentare erweitert um den Leser auch eine andere Sicht auf den König zu geben.

Ich hab mich vorher nicht mit dem Thema beschäftigt und bin nur mit dem Wissen an das Buch, dass Heinrich VIII ein sehr blutrünstiger, machthungriger König war. So konnte ich ihn auf eine eigene Art und Weise kennenlernen.

Zunächst ist er „nur“ der Zweitgeborene, für den die Rangfolge weder Macht noch Ruhm vorsieht. Doch durch den Tod seines älteren Bruders rückt er nach und wird schließlich König von England. Zunächst noch unsicher und unerfahren, lässt er sich von seinen Beratern unterstützen und leiten. Bis er das Selbstbewusstsein hat und immer eigenwilliger über sein Land herrscht.

Im Bezug auf Frauen wirkt er sehr einfach gestrikt. Sie muss hübsch sein und ihn verzaubern und schon ist er verheiratet. Das immerhin sechs mal. Mit jeder Frau an seiner Seite verändert er sich auch ein wenig. Am Anfang konnte ich sein Vorgehen noch verstehen. Selbst die Hinrichtung seiner zweiten Frau Anne Boleyn ist aus damaliger Sicht verständlich und man könnte sogar fast Mitleid mit Heinrich haben. Aber in den letzten Kapiteln wurde er mir immer unsympathischer, was sicher auch an seinem fortschreitendem Verfolgungswahn lag. Seine Wandlung von einem sich schnell verliebenden jungen Mann zu einem König der in allem einen Feind sieht, wird ziemlich deutlich und gefällt mir sehr gut.

Meine Neugier ist auf jeden Fall geweckt und ich bereue es jetzt, dass ich mir die Fernsehserie „Die Tudors“ nicht angesehen habe.

Den Roman kann ich euch empfehlen, wenn ihr Interesse an der europäischen Geschichte habt, aber auch wenn ihr mal besseren Einblick in die Gedanken eines Königs bekommen wollt.

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Die Brücken am Fluß von Robert James Waller

16. März 2011

Stellt euch vor ihr seid glücklich verheiratet und habt zwei Kinder. Eines Tages sitzt ihr auf eurer Veranda und ein fremder Mann fragt euch nach dem Weg zu einer Brücke und euch ist schlagartig klar: Das ist er! Und dann???

Genau darum geht es in dem Buch „Die Brücken am Fluß“. Der Fotograf Robert Kincaid, zweiundfünfzig Jahre alt, hat die ganze Welt gesehen. Noch immer zieht er unstet durch die Lande, allein, einsam, auf der Suche nach einem ungewöhnlichen Motiv, nach ein wenig Unbeschwertheit und Glück. Als er sich eines Tages nach dem Weg zu einer alten versteckten Brücke von fast vergessener Schönheit erkundigt, begegnet er der Farmersfrau Francesca Johnson. Nach landläufigen Maßstäben glücklich verheiratet, kann sie doch nicht von den Träumen ihrer Jugend lassen. Robert und Francesca sind mutig genug, sich auf eine große, wunderbare, aussichtslose Liebe einzulassen. Vier Tage und drei Nächte lang tauchen sie ein in eine Liebe bis an das Ende aller Grenzen. (Klappentext)

Die Brücken am Fluß

Was sich nach einer kitschiges Liebesgeschichte anhört, ist alles andere als das.Mit seiner nüchterenen Erzählform zieht Waller den Leser  in seinen Bann und obwohl klar ist, dass eine Liebe wie diese aussichtslos ist, kann man nicht aufhören dieses Buch zu lesen und konzentriert sich für einen Moment nur auf diese beiden Menschen und ihre Liebe zueinander. Zwar sind auch philosophische Passagen in dem Buch enthalten, wo man auch teilweise nicht so genau weiß was sie einem sagen sollen, doch dies bringt dem Buch auf keinen Fall Minuspunkte und rundet die Geschichte um Robert und Francesca ab, da sie ihre Liebe zu einander noch deutlicher betonen.

Am Ende bleibt nur die Frage: Wie hättet ihr euch entschieden?

Ich empfehle dieses Buch jedem Romantiker und jedem der (manchmal) in Zweifel gerät, ob es die wahre Liebe wirklich gibt 🙂

Bücherfasten

8. März 2011

Bekanntlich ist im Christentum von Aschermittwoch bis Ostern die Fastenzeit.

Da ich nicht christlich erzogen wurde, hab ich mich bisher noch nie dran gehalten. Auf dem blog Lesen beflügelt habe ich nun aber von einem Fasten der ganz anderen Art gelesen: während der Fastenzeit darf kein neues Buch gekauft werden. Sinn und Zweck der Sache ist es den ganzen Stapel der ungelesen Bücher die schon zu Hause liegen endlich mal zu reduzieren. Und da gibt es bei mir ja einiges zu tun.

Ich werde mich also an dieser Aktion beteiligen und versuche keine neuen Bücher zu kaufen. Für den Notfall gibt es aber 3 Joker…mal schauen ob ich die verwenden muss.

Wenn ihr genauere Informationen zu dieser Aktion haben wollt, schaut doch mal hier nach

Totengleich von Tana French (Hörbuch)

4. März 2011

So erst mal muss ich mich entschuldigen, ich hab das Hörbuch schon seit einer Weile fertig, aber ich hatte so viel zu tun, dass ich es nicht geschafft habe, die Rezi zu veröffentlichen. Aber hiermit hole ich es jetzt nach 🙂

„Totengleich“ ist das zweite Buch von Tana French. Die Handlung spielt nach dem ersten Buch „Grabesgrün“. Diesmal ist Cassy Maddox die Hauptfigur, die dem Leser schon aus dem Vorgänger  bekannt ist. Die Handlung des Buches ist spannend und kreativ:

Sam O´Neil wird mit seinem Ermittlerteam in ein Cottage gerufen. Als er die Leiche der jungen Frau zum ersten Mal sieht, bekommt er einen Schock. Die Leiche der Frau gleicht seiner Freundin Cassy wie ein Spiegelbild. Als Cassy dazu gerufen wird, ist auch sie erstaunt und verwirrt. Neben der körperlichen Ähnlichkeit entdeckt die Ermittlerin noch eine Ungereimtheit: Die Frau trägt den Namen einer von Cassy erfundenen Person, die sie als Undervoverermittlerin verkörperte. Doch wie kommt die junge Frau an diese geheime Information und wieso ähnelt sie Cassy so sehr? Cassys früherer Vorgesetzter kommt auf die Idee Cassy erneut als Undercoverermittlerin in das Umfeld der ermordeten Frau einzuschleusen. Nach anfänglichem Widerwillen erklärt sich Cassy zu diesem Abenteuer bereit.

Ähnlich wie bei „Grabesgrün“ ist die Handlung sehr spannend und der Täterkreis überschaubar. Natürlich hat Cassy so ihre Schwierigkeiten ihre Rolle ständig überzeugend zu spielen, doch ich fand das Buch wird nie langweilig.

Doch genau wie bei dem Vorgänger war ich auch hier von dem Ende enttäuscht, da, wie ich finde, Tana French die Handlung nur unzureichend und zudem sehr enttäuschend auflöst. Insgesamt kann ich aber sagen: ganz nett.

Zum Schluss wollte ich noch anmerken, dass ich mich sehr darüber freue, dass  auf unserem Blog in letzter Zeit so viel kommentiert wird. Vielen Dank dafür 🙂