Archiv für November 2010

Wilde Lupinen von Charlotte Link

27. November 2010

„Wilde Lupinen“ ist das zweite Buch um die Familie Degnelly. Das erste Buch „Sturmzeit“ beschäftigt sich mit Felicia Degnelly zu Zeiten des ersten Weltkrieges. In „Wilde Lupinen“ treffen wir Felicia und ihre Familie wieder und zwar mit dem Hintergrund des zweiten Weltkrieges. Zu den Hauptpersonen gehören nun auch Felicias Töchter Belle und Susanne, die natürlich verschiedener nicht sein könnten.

Ich finde den Titel etwas verwirrend, da er an einen Liebesroman erinnert. Allerdings schafft es Charlotte Link mit diesem Buch das Grauen um den Zweiten Weltkrieg durch die verschiedenen Mitglieder der Familie und deren Freunde sehr gut darzustellen. Dabei verschönert sie die Tatsachen nicht und schafft es den Leser ein ums andere mal zu schocken und zu bewegen. Besonders, da sie nicht davor zurückschreckt Hauptpersonen sterben zu lassen. 

Die Handlung ist immer wieder mit historischem Hintergrund unterlegt, was sie sehr real erscheinen lässt. Ich persönlich fand das zweite Buch der Triologie ebenso lesenswert wie das erste. Ich kann es nur jedem empfehlen und bin schon auf das dritte Buch gespannt.

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Vollidiot von Tommy Jaud

18. November 2010

Vollidiot von Tommy JaudSimon Peters steht kurz vor seinem 30. Geburtstag, ist erfolgloser Telefonverkäufer und zudem noch gefrusteter Single. Denn mit den Frauen klappt es bei ihm irgendwie nicht so richtig. Sei es mit den Mädels aus der Bar oder dem Blind-Date, das ihm seine Putzfrau besorgt. Seine Freunde raten ihm mal auszuspannen und richtig Urlaub zu machen. Doch auch dort geht es mit den Frauen schief. Selbst sein bester, übergewichtiger Freund Flick scheint mehr Glück bei dem weiblichen Geschlecht zu haben. Doch dann sieht Simon das milchaufschäumende Mädchen im Starbucks, direkt gegenüber von seiner Arbeitsstelle und verliebt sich auf den ersten Blick.  Mit seiner guten Freundin Paula schmiedet Simon Pläne, wie er seine Traumfrau  für sich gewinnen kann. Doch irgendwie läuft es doch nicht so, wie Simon es sich vorgestellt hat…

Ich fand das Buch schon sehr witzig und musste an vielen Stellen laut lachen. Tommy Jaud schafft es seine Hauptfigur immer wieder in aberwitzige Situationen zu manövrieren und als Leser muss man einfach nur schmunzeln. Oft dachte ich einfach nur „was für ein Vollidiot!!“ 😉  Leider fand ich das Ende etwas übertrieben, aber ansonsten ist es eine unterhaltsame Lektüre für zwischendurch, wo man nicht viel mitdenken muss. Das Buch wurde ja auch verfilmt mit Oli Pocher als Hauptfigur Simon Peters – ich fand das sehr passend 🙂 außerdem orientiert sich der Film sehr nah am Buch, aber kleine Änderungen gibt es natürlich auch hier.

Jürg Amann – Die Reise zum Horizont

16. November 2010

Bei Jürg Amanns „Die Reise zum Horizont“ handelt es sich um eine Novelle mit einem realen Hintergrund.
Nach einem Flugzeugabsturz mitten in Schnee und Eis in einem Hochgebirge, kämpfen die letzten Überlebenden gegen den Tod an. Täglich erliegen mehr Menschen ihren Verletzungen oder erfrieren schließlich. Auch die Lebensmittel gehen zu Neige und ein erster scheuer Blick fällt auf die Toten. Aber ist es moralisch vertretbar, einen Toten zu essen um selbst zu überleben?
Diese große Frage steht im Mittelpunkt und wird von vielen Seiten betrachtet.


Da es sich hier um eine Novelle handelt, steht eine originalgetreue Aufzeichnung des Unglücks nicht im Vordergrund, sondern eher die moralischen Zweifel der Überlebenden.
Marcel Reich-Ranicki bezeichnet es als eine „virtuose Beschränkung auf die genaue Beschreibung“ (Klappentext) und trifft damit ziemlich ins Schwarze. Die Novelle ist sehr kurz gehalten, aber dennoch kann man als Leser den Zwiespalt und die vielen aufgeworfenen Fragen der Überlebenden nachvollziehen.

Wer sich genauer über den realen Hintergrund der Novelle informieren möchte, kann sich diesen Wikipediaartikel durchlesen.
Verfilmt wurde diese Tragödie unter dem Namen „Überleben“ 1993 von Frank Marshall.

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Ich möchte mich ganz herzlich bei dem Haymon Verlag für die Bereitstellung dieser Novelle bedanken!

Der blaue Express von Agatha Christie

10. November 2010

Agatha Christie schrieb dieses Buch nach der Scheidung von ihrem ersten Mann Archibald Christie. Sie reiste damals mit ihrer Tochter im Zug auf die Kanarischen Inseln. Die Idee einen Mord in einem Zug geschehen zu lassen, ist nicht neu und erinnert an ihr viel berühmteres Werk „Mord im Orientexpress“. Die „Queen of Crime“ war selber nie zufrieden mit diesem Buch, doch fand es bei seiner Veröffentlichung ausnahmslos positive Kritiken.

Der blaue Express

Doch erstmal worum geht es eigentlich?: Ruth Kettering reist im blauen Express nach Nizza. Zuvor hat sie auf drängen ihres Vaters, dem berühmten Millionär van Aldin, der Scheidung von ihrem Gatten Derek Kettering zugestimmt. Auf der Fahrt lernt sie Kathrine Grey kennen und verbringt etwas Zeit mit ihr. Am nächsten Tag wird Ruth tot in ihrem Abteil aufgefunden. Da ihre Rubine gestohlen wurden, geht die Polizei zunächst von Raubmord aus. Ebenfalls Gast des Zuges ist der berühmte Hercule Poirot, der zwar bereits in Rente ist, aber zusammen mit Kathrine in dem Fall ermitteln will, da er nicht an einen Raubmord glaubt. Auffallend ist, dass das Gesicht der Toten bis zu Unkenntlichkeit entstellt wurde.

Das Buch ist interessant geschrieben und wechselt oft zwischen den mitwirkenden Personen. Hercule Poirot sorgt mit seinem merkwürdigen Verhalten immer wieder für kleine Schmunzler. Der Täterkreis ist auch bei diesem Buch überschaubar und je weiter man liest, desto mehr wechselt man zwischen den Verdächtigen auf der Suche nach dem Mörder. Ich hatte zwar zwischendurch auch den wahren Mörder unter Verdacht, bin aber immer wieder zwischen den verschiedenen Personen gewechselt.

Schade fand ich, dass der Leser nicht vollständig in das Wissen des Hercule Poirot eingeweiht wird und somit nicht selber auf die Lösung des Mordes kommen kann. Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich das Buch spannend fand, da ich auch ein großer Agatha Christie Fan bin, zieht man aber den Vergleich zu dem zuvor genannten Werk  „Mord im Orientexpress“ so fand ich letzteres weitaus spannender.

Grabesgrün von Tana French (Hörbuch)

7. November 2010

Auf einem Ausgrabungsgelände wird die Leiche eines jungen Mädchens gefunden. Der Fall erinnert an einen Fall, bei dem 25 Jahre zuvor zwei Kinder in dem selben Ort verschwanden. Der Erzähler des Hörbuches, Detective Ryan, war damals auch im Wald und wurde als einziger gefunden. Er kann sich nur an nichts aus dieser Nacht erinnern. Zusammen mit seiner Partnerin Cassy Meddox versucht er den Mörder des zwölf jährigen Mädchens zu ermitteln.

Die Idee des Buches ist wirklich interessant. Der Täterkreis ist überschaubar und die beiden Hauptpersonen sympathisch. Doch scho nach ein paar Kapiteln wird dem Leser/Hörer klar wer hinter dem Mord an der kleinen Katie steckt, doch die Ermittler bleiben lange Zeit im Dunkeln. Wer auf die Lösung des Verbrechens an Detective Ryan und seinen Freunden hofft wird hier maßlos enttäuscht. Das Hörbuch wird hier hingehend nicht aufgelöst und endet zudem ziemlich aprubt.

Speziell zu dem Hörbuch lasst sich sagen, dass es durch den Erzähler David Nathan sehr neutral erzählt wird, was verhindert, dass Spannung aufkommt. David Nathan wird vielen als die deutsche Synchronstimme von Johnny Depp bekannt sein, was von mir einen Pluspunkt gibt. Allerdings neigt der Erzähler in diesem Hörbuch zum Nuscheln und wird zum Teil so undeutlich, dass  man bei Nebengeräuschen Probleme bekommt der Handlung zu folgen.

Abschließend lässt sich sagen, dass ich zwar nicht sonderlich überzeugt von dem Buch/Hörbuch bin , ich mir aber den Nachfolger anhören werde.

One Lovely Blog – Blogaward

6. November 2010

Jari hat unseren Blog mit einem Award ausgezeichnet, wofür ich mich auch im Namen der anderen Hühner bedanken möchte 🙂

Judith End – Sterben kommt nicht in Frage, Mama!

4. November 2010

Als mich LovelyBooks im September anschrieb und fragte, ob ich nicht Interesse hätte ein Buch zu rezensieren, hab ich natürlich sofort zugesagt.

Hier ein kleiner Auszug aus der Mail:
Jung, glücklich, schön – und krebskrank. Judith End hat mit ihrem
autobiografischen Buch ‚Sterben kommt nicht in Frage, Mama!‘ ein
sensibles Thema angepackt und aufgegriffen.

Klingt ein bisschen wie „Zwei Frauen“ von Diane Beate Hellmann, welches ich ja auch schon gelesen habe.

Judith End ist eine junge alleinerziehende Mutter. Sie steht kurz vor ihrem Uniabschluss, als sie die Diagnose Brustkrebs erhält und ihr Leben plötzlich Kopf steht. Schnell folgen die ersten Operationen und die nachfolgende Chemotherapie. Dabei beschreibt Judith End vor allem ihre Ängste. Die Angst vor dem Allein sein, die Angst vor dem Tod, vor Schmerzen, vor dem Hässlich sein. Und natürlich die Angst um ihre kleine Tochter Paula.

Als das Buch dann bei mir ankam, hab ich direkt angefangen und erst dann ist mit dieses kleine Wörtchen „autobiografisch“ ins Auge gesprungen…das was hier steht, hat Judith End wirklich durchgemacht!

Durch meinen Umzug musste das Buch dann leider hinten anstehen. Eine Weile hab ich einen Bogen um das Buch gemacht, weil doch großen Respekt davor hatte.
Aber gestern Abend hab ich es doch wieder gegriffen und nach vielen Tränen beendet.

Judith End schreibt sehr ehrlich und direkt, was mich sehr berührt hat. Plötzlich wird einem bewusst, dass das Leben wirklich endlich ist. Und das es so viele Dinge gibt im Leben, die wir einfach hinnehmen und nicht wirklich wahrnehmen.
Das klingt vielleicht alles schnulzig, aber beim Lesen dieses Buches, gingen mir viele solcher Sachen durch den Kopf.
Das Buch macht wirklich nachdenklich, es gibt Szenen, bei denen man einfach nur weinen muss.

Ich möchte das Buch gern weiterempfehlen, aber wie? Es fällt da grad wirklich schwer die richtigen Worte zu finden. Empfiehlt man es Leuten, die sich näher mit dem Thema auseinander setzen möchten? Wer möchte sich schon gern mit dem Thema Krebs auseinandersetzen… Oder Betroffenen? Familienangehörigen?
Ich hoffe ihr könnt aus meinem WirrWarr entnehmen, dass mir das Buch wirklich nahe gegangen ist und ich großen Respekt vor Judith End und ihrer Geschichte, also ihrem Leben, habe.