Archiv für September 2010

Geschafft

27. September 2010

mein Lesestoff der letzten Wochen:

Aber, alles wird besser…mein Lesestoff der kommenden Woche

Andrea Koßmann – Männertaxi

14. September 2010

Männertaxi ist der erste Roman von Andrea Koßmann und unter den Bücherbloggern schon ein kleiner Geheimtipp. Andrea Koßmann ist selbst auch eine begeisterte Bücherrezensentin und Kossis Welt wird vielen von uns Leseratten, die sich auch im Internet tummeln, ein Begriff sein.

Aber nun zu ihrem Erstlingswerk

Das Cover ist natürlich in seinem Quietschgelb schonmal ein Blickfang und wird im Bücherregal sicher nicht übersehen.

Isa Schwärzenbach ist eine Mitdreißigerin, Single und hat der Liebe abgeschworen. Sie will nur noch Spaß ohne Verpflichtungen.
Bei einem gemütlichen Abend mit ihrer besten Freundin Pia kommt ihr die Idee eines Männertaxis: Frauen sollen Männer ähnlich wie eine Pizza für einen Tag oder eine Nacht bestellen können. Isa beginnt also diese Marktlücke zu schließen und startet eine Anzeige in der sie die Männer aufruft, sich für ihre Idee zu bewerben.
Alles läuft gut an, die ersten geeigneten Männer sind gefunden und auch die ersten Kundinnen melden sich.
Bald wird Isa allerdings klar, dass Spaß im Leben nicht alles ist, Liebe gehört schließlich auch dazu und so wird ihr Leben mit Hilfe des Männertaxis ganz schön durcheinander gewirbelt.

Andrea Koßmann versteht es, ihrer Hauptfigur Isa Schwärzenbach Leben einzuflößen. Sie wirkt sehr real, hat ihre Ecken (oder eher Rundungen) und Kanten. Isa verkörpert äußerlich die starke Frau, die weiß was sie will, zweifelt aber auch innerlich an sich selbst und wünscht sich doch nur eine starke Schulter zum anlehnen. Auch die anderen Charaktere scheinen aus dem Leben gegriffen, auch wenn einige der Männer sehr typische Vorurteile verkörpern. Alle Charaktere durchleben eine gewisse Veränderung. Die einen mehr, die anderen weniger, aber immer glaubwürdig.

Das Buch ist witzig, es gab mehrere Stellen an denen ich still vor mich hingekichert, aber auch mal laut gelacht habe. Das liegt nicht nur an den teilweisen skurrilen Situationen, sondern vor allem an der sprachlichen Umsetzung, die wirklich gut gelungen ist. Aus der Ich-Perspektive von Isa lernt man die Männer so kennen, wie Isa sie sieht und kann ihre, teilweise etas wirren, Gedankengänge verfolgen.

Es gibt aber auch zwei, drei Szenen im Buch die einen schlucken lassen, weil sie einen wieder auf den Boden der Realität holen und zeigen, dass das Leben auch grausam sein kann. Ich hätte nicht gedacht, dass auch solche Seiten im Buch gezeigt werden, aber sie machen es abwechslungsreich und interessanter. Schließlich kann nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen sein.

Andera Koßmann ist hier wirklich ein sehr schöner erster Roman gelungen, „Eine turbulente Komödie“ trifft es wohl ziemlich gut, denn das Leben der Isabell Schwärzenbach ist sicher kein langweiliges 😉

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Ich möchte mich an dieser Stelle auch ganz herzlich beim Knaur Taschenbuch Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars bedanken!

Kinder des Judas von Markus Heitz

13. September 2010

Judas 1: Kinder des Judas

Kinder des Judas ist Markus Heitz´ viertes Buch. Er schafft mit dieser  Geschichte ein ganz anderes Vampirbuch, als wir es bisher kennen. Als Zeit wählt er  reale  Ereignisse aus den Jahren 1731 und 1732  im Balkan und Osteuropa, auch Personen in dem Buch haben einen historischen Hintergrund.

Das Buch unterscheidet sich von anderen Vampirbüchern, in dem hier unterschiedliche Arten von Vampiren mit unterschiedlichen Namen erschaffen werden. Auch hier bedient sich Heitz der Volkskunde aus den zuvor genannten Ländern. Dieser Aberglaube ist in dem Buch ein großes Thema, da er  sehr intensiv auf die verschiedenen Methoden Vampire zu töten und zu unterscheiden eingeht.

Doch zunächst worum geht es eigentlich?

Im ersten Kapitel lernt der Leser eine Frau namens Sia kennen, die neben einem sterbenden Kind Wache hält. Schon hier wird dem Leser klar, dass es sich bei Sia um keinen normalen Menschen handelt, da sie sie den Tod spüren kann. Nachdem das Mädchen gestorben ist, beginnt Sia die Geschichte eines kleinen Mädchens namens Jitka aufzuschreiben, welches 1670 im osmanischen Reich von ihrer Mutter getrennt wurde und ihren tot geglaubten Vater  wiedertrifft. Dieser nimmt sie mit in eine Mühle und Jitka beginnt ein neues Leben, in dem sich nicht nur ihr Vater mehr als merkwürdig verhält. Jitka wird von ihrem Vater als Wissenschaftlerin ausgebildet. Diese Erzählung läuft parallel zu der Handlung 2007 in Leipzig, in der wir Scylla kennenlernen und der Leser ist gespannt darauf in welchem Zusammenhang die beiden Handlungen stehen.

Das Buch dümpelt lange Zeit vor sich hin und ist bisweilen langweilig und langatmig. Vor allem Jitkas Ausbildung zur Wissenschaftlerin hätte gut gekürzt werden können. Nach über 100 Seiten hat der Leser noch immer keine Ahnung, wohin das Buch eigentlich steuert und erst nach ca. 300 Seiten bekommt die Handlung eine gewisse Spannung.

Dieses Buch unterscheiden sich nicht nur in der Thematik von den anderen Heitz´-Büchern.  Hier fehlt die James- Bond- Action und die Schnitzeljagd quer durch die Welt. Die Kämpfe sind entweder extrem blutig oder vorhersehbar und langweilig beschrieben. Die Hauptpersonen sind keine herausragenden, sympathischen Charaktere, wie in den Büchern vor Kinder des Judas, sondern eher durchschnittlich und langweilig.

Was mich am meisten gestört hat, waren die Vampire selber, die absolut untypisch beschrieben wurden und zudem schnell klar war, dass hier Aberglaube an Aberglaube gereiht wurde.

Abschließend würde ich dem Buch drei von fünf möglichen Sternen verleihen. Natürlich werde ich den Nachfolger „Judassohn“ lesen, in der Hoffnung hier wieder die typische Heitz-Spannung  wiederzufinden.