[Gastbeitrag] „Der Knochensammler“ von Matt Hilton

Als ich beim Stöbern im Buchladen um die Ecke auf den Knochensammler von Matt Hilton stieß, musste ich sofort zugreifen. Nicht, weil mich vor einigen Jahren ein relativ gleichklingender Streifen aus Hollywood aus dem Kinosessel hob, sondern weil ich schon damals der Meinung war, dass die Thematik durchaus mehr Potenzial aufweist als das, was Denzel Washington und Angelina Jolie dort verkörpert haben. Schon nach den ersten Seiten habe ich bemerkt, dass es die vollkommen richtige Entscheidung war, denn Hilton ist ein echtes Glücksstück gelungen.
Die Geschichte scheint zunächst sehr subtil und wird bereits am Anfang aus zwei Perspektiven heraus erzählt. Überwiegend berichtet der ehemalige Elitesoldat Joe Hunter von der Suche nach seinem verschollenen Bruder, einem Taugenichts, der seine Ehefrau samt zweier Kinder wegen einer billigen Affäre sitzen lassen hat und nun selbst dieser davongelaufen ist. Warum, das erfahren wir lange nicht. Noch vor Hunter darf Tubal-Kain sprechen, ein Massenmörder und ziemlich krank denkender Mann, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Menschen zu töten, um von diesen ganz besonders schöne Knochen zu erhalten. Das Hauptszenario entsteht, als Tubal auf John Telfer, den Bruder Joes trifft und von ihm ausgetrickst wird. Im Ehrgeiz gekränkt gelingt es ihm kurze Zeit später, ihn ausfindig zu machen. Doch statt ihn sofort zu töten, bilden beide eine Art Zweckgemeinschaft, in der John verzweifelt alle Kompromisse eingeht, um letztlich dem Psychopathen zu entkommen und dieser wiederum plant, ihn erst umzubringen, wenn er seinen Zweck erfüllt hat.
Mit einem ehemaligen Kollegen im Gepäck begibt sich Joe Hunter auf die Spurensuche nach seinem verdorbenen Bruder und so kommt es am Ende zum Showdown zwischen psychopathischen Massenmörder und ehemaligen Spezialsoldaten. Was mich besonders an dem Stück beeindruckt hat, ist die Person Tubal-Kain. Immer wieder beweist er ein facettenreiches Charakterbild. Je nach Situation kann er skrupellos oder total beherrscht handeln, einem Mann mit einer blitzschnellen Handbewegung die Kehle durchschneiden oder sich jemandem scheinbar untergeben, damit dieser im Augenblick des Überlegenheitsgefühls den entscheidenden Fehler macht. Das Finale wird dadurch auch zu einem Akt der Selbstbeherrschung in der Höhle des Löwen. Kurz um, ein absolut zu empfehlendes Schriftstück für all diejenigen, die Thriller lieben und ganz besondere Charaktere zu schätzen wissen.

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– Rätsel Nr. 12:

Bei diesem Rätsel handelt es sich um ein Buchcover

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Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Gastbeitrag von buecher.de. Vielen Dank 🙂

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