Dann bin ich eben weg von Christine Fehér

Das Buch beschreibt den typischen Verlauf einer Magersucht. Alles beginnt ganz harmlos: Vor dem Geburtstag ihres Opas stellt Sina fest, dass ihr ihre Lieblingshose zu eng geworden ist und sie beschließt eine Diät zu machen. Unterstützt wird sie dabei von ihrer besten Freundin Melli, die bereits eine Traumfigur hat.

Bald sind die ersten Kilos runter und Sina bekommt von allen Seiten Komplimente und sogar ihr Schwarm Fabio wird endlich auf sie aufmerksam. Im Sportunterricht läuft es nun auch endlich besser und durch diese positiven Eindrücke bestätigt nimmt Sina weiter ab, immer mit dem Gedanken: Wenn ich erst meine Traumfigur habe, kann ich auch mal wieder was richtiges essen.  Schließlich wird ihr gesamtes Denken von Kalorientabellen, Hungern und Sport beherrscht und auch ihre  Umgebung bemerkt, dass Sinas Verhalten alles andere als normal ist. Da nun jeder darauf achtet, dass Sina genügend isst, beginnt sie Abführmittel zu nehmen, zu lügen und sich immer neue Tricks aus zu denken. Ihre Waage wird ihre beste Freundin und ihre schlimmste Feindin. Nach ein paar Wochen stellen sich bereits die ersten Mängelanzeichen ein: Die Blutung fällt aus, ständige Kälte (obwohl es Sommer ist) bis es schließlich mit knapp 40 Kilo und je 1/3 Salzstange zum Frühstück und Abendbrot zum Zusammenbruch kommt.

Sina wird in ein Krankenhaus eingeliefert und der schwierige, holprige Weg aus der Sucht beginnt…

Sina wächst in einer vermeidlich „normalen“ Familie auf, doch mit der Zeit wird klar, dass Sina nur durch ihre Leistungen wahrgenommen wird und sie eine strenge, dominante Mutter hat , so dass es ihr schwer fällt sich durch zu setzten und auch mal nein zu sagen.  Die Autorin bedient sich hier kleinen Einschüben, die entweder einen Traum Sinas oder ihr Wunschbilder einer Familie darstellen.

Ich fand das Buch sehr anschaulich geschrieben. Da die Autorin in der Gegenwart schreibt und sich außerdem der „Tagebuch-Perspektive“ bedient, wird das Denken einer Magersüchtigen und der schleichende Fortgang der Sucht sehr anschaulich beschrieben, bis schließlich das ganze Leben vom Hungern bestimmt wird. Allerdings merkt man, dass die Autorin nicht selber magersüchtig war und sich zum Teil typischer Schreibelemente bedient: „ Meine Arme sind wie die eines Skeletts, wenn ich sie um mich schlinge aber eure sind noch härter, weil sie mich nicht halten, sondern nur erdrücken“ (Buch Seite 101).

Das Buch kann nicht nur von Magersüchtigen gelesen werden, sondern auch von Leuten aus deren Umfeld oder wenn man sich allgemein über die Krankheit informieren möchte.

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