Archiv für April 2010

Verdammnis von Stieg Larsson

29. April 2010

Nach einer kurzen Pause habe ich nun den zweiten Teil der Trilogie rund um Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander gelesen. Ich muss leider sagen, dass ich etwas enttäuscht bin über den so hoch gelobten Thriller. Aber zuerst einmal etwas über den Inhalt:

Die Geschichte setzt ca. ein-einhalb Jahre nach dem Ende von „Verblendung“ an (ich empfehle den ersten Teil zuerst zu lesen, da sie sehr aufeinander aufbauen). Lisbeth Salander hat den Kontakt zu Mikael Blomkvist und allen anderen Bekannten aus Stockholm abgebrochen und reist durch die Welt. Sie kann es sich ja leisten, da sie mittlerweile steinreich ist. Schließlich kommt sie doch nach Schweden zurück und schnüffelt im Computer von Mikael herum. Dabei entdeckt sie, dass er mit Dag Svensson und Mia Bergmann an einer Story um illegalen Mädchenhandel arbeitet.  Beim durchschauen der Materialien stößt sie auf einen Namen, der sie erstarren lässt. Sie stattet Dag und Mia einen Besuch ab. Noch in der selben Nacht werden die zwei ermordet aufgefunden – von keinem anderen als Mikael. Auf der Kellertreppe wird die Tatwaffe sicher gestellt mit den Fingerabdrücken von Lisbeth. Daraufhin beginnt eine Hetzjagd der Polizei und Medien auf die „psychisch gestörte“ Lisbeth Salander, denn sie ist die Haupttatverdächtige. Als dann auch noch ihr Betreuer Nils Bjurman ermordet aufgefunden wird, steht für die Polizei fest, dass sie etwas mit den Morden zu tun haben muss. Doch Mikael glaubt natürlich nicht daran, dass Lisbeth einfach so seine zwei Freunde umgebracht hat. Er vermutet, dass die Morde in Verbindung mit dem Mädchenhandel stehen, und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

Allerdings ist die ganze Story in dem Buch viiiiel komplexer und komplizierter, unter anderem weil sehr viele verschiedene Charaktere vorkommen (wobei man manchmal nicht weiß, warum diese Charaktere nun auftauchen). Vor allem wird die Vergangenheit von Lisbeth genauer erzählt, was ich ganz interessant fand. Leider dauert es fast 250 Seiten, bis es das erste mal spannend wird. Außerdem wird die Story so in die Länge gezogen, weil immer mehr Charaktere hineinbezogen und beschrieben werden (zu genau teilweise), aber sie spielen später überhaupt keine Rolle im Geschehen. Alle ermitteln und recherchieren, eine neue Erkenntnis wird dann von drei verschiedenen Personen natürlich auch drei mal entdeckt, was nicht unbedingt zum Spannungsaufbau beiträgt. Gegen Ende kommt dann doch noch etwas Spannung auf, obwohl man weiß wer die Morde begangen hat. Allerdings finde ich, ist die Figur Lisbeth Salander viel zu überzogen dargestellt, vor allem am Ende. Zu Beginn des Buches und auch im ersten Teil fand ich die Figur noch richtig toll, aber dann wurde ihr für meinen Geschmack zu viel angedichtet (sie kann so viel, ist so intelligent, aber ist ja so arm dran und so weiter). Enttäuscht war ich auch, dass das Thema Mädchenhandel nur so am Rande eine Rolle spielte. Es ging kaum in die Tiefe und wurde überlagert von vielen „Nebentätigkeiten“, sodass ich manchmal das Ziel aus den Augen verlor.
Trotz der ganzen negativen Kritik werde ich den letzten Teil auch noch lesen, einerseits weil ich ihn schon habe und anderseits wurden zu viele Handlungsstränge offen gelassen und ich dann doch neugierig bin, wie das alles aus geht (vielleicht haben manche der vielen kleinen Charaktere doch noch eine bedeutende Rolle im letzten Teil!?).

Tintentod – Cornelia Funke

27. April 2010

Das Leben in der Tintenwelt war alles andere als einfach als die Geschichte von Tintenherz Meggie, Mo und Staubfinger seid den außergewöhnlichen Ereignissen in Tintenblut, magisch zurück in seine Seiten zog. Mit Staubfingers Tod und der Herrschaft des bösen Natterkopf hat die Geschichte, in der alle gefangen sind eine böse Wendung genommen.

Als der Winter kommt gibt es Grund zur Hoffnung- aber nur wenn Meggie und Mo die Fehler der Vergangenheit neu schreiben können und einen gefährlichen Handel mit dem Tod machen…

Wie auch Tintenherz und Tintenblut kann man Tintentod nicht aus den Händen legen und muss einfach weiterlesen, um zu erfahren, wie das Schicksal der Hauptfiguren nun weiter geht.

Da es aber nach wie vor ein Kinderbuch ist…weiß man aber doch meist schon wie das Ende ausgeht…

Aber wenn solche Fantasie-Geschichten interessieren, denen kann ich die Tintentrilogie nur empfehlen!

Tintenblut – Cornelia Funke

23. April 2010

Ein Jahr ist vergangen, doch kein einziger Tag vergeht, an dem Meggie nicht an Tintenherz denkt, das Buch dessen Charaktere zum Leben erweckt wurden. Der Feueressers Staubfinger verzweifelt an dem Wunsch zu dieser Geschichte zurück zu kommen Als er einen durchtriebenen Geschichtenerzähler, der ihn zurück liest, findet, lässt er seinen Lehrling Farid zurück. Es dauert nicht lang, bis Farid und Meggie auch im Buch gefangen sind. Aber die Geschichte hat sich sehr verändert- und spannend bis zum tragischen Ende.

Ich finde dieses Buch, genau wie Tintenherz, sehr spannend geschrieben, man möchte ständig weiter lesen und erfahren was als nächstes geschieht.

Aber an sich ist die Geschichte ist natürlich auf einem Niveau für Kinder geschrieben, nichtsdestotrotz macht es Spass es zu lesen und ist auch über das Ende des Buches überrascht!

Wie auch Miri bei Tintenherz geschrieben hat, finde auch ich hier die teils kurzen Kapitel sehr nett, weil man so mal eher geneigt ist auch mal „zwischendurch“ „kurz“ was zu lesen, ohne mit dem Gedanken „Wann kommt denn endlich mal ein guter Abschluss zum Pause machen?“ zu lesen.

Auch ich habe die Trilogie auf Englisch gelesen und muss sagen alles in allem wirklich auch einfach in der Fremdsprache zu verstehen!

Jeff Lindsay – Dunkler Dämon

23. April 2010

Mein kleiner Beitrag zum Welttag des Buches ist eine kurze Rezension zum 2. Teil der Dexterreihe.
Die Rezension zu Teil 1 – Des Todes dunkler Bruder – findet ihr hier und zu Teil 3 – Komm zurück mein dunkler Bruder – hier

Durch diesen 2. Band werden viele Fragen geklärt, die sich mir im 3. Teil gestellt haben da ich den ja ursprünglich fälschlicherweise für den 2. gehalten habe. Da ihr aber hoffentlich in der richtigen Reihenfolge lest, werden sich euch diese Fragen ja gar nicht stellen 😉

Wie bereits in „Des Todes dunkler Bruder“ ist auch bei „Dunkler Dämon“ Dexter Morgan, ein Blutspurenanalytiker bei der Polizei in Miami und sein dunkler Passagier auf Jagd nach brutalen Killern, die dem Gesetz entkommen konnten. Doch sein Kollege Seargent Doakes, welcher schon immer ahnt dass bei Dexter irgendetwas nicht stimmt, verfolgt ihn auf Schritt und Tritt. Um sein dunkles Geheimnis also nicht zu verraten, zieht sich Dexter in sein Privatleben mit seiner Freundin Rita und ihren beiden Kindern Astor und Cody zurück und wird ein richtiger Familienvater, was ihm bald langweilig wird. Gott sie Dank gibt es bald einen spannenden Fall für die Polizei, bei der ein Serienkiller seine Opfer total verstümmelt aber lebendig zurücklässt. Doch leider sind diese nicht mehr in der Lage Hinweise auf den Täter zu geben. Da auch Doakes mit in diesen Fall verwickelt wird, bekommt Dexter auch nun wieder Zeit für sein nächtliches Hobby.

Auch dieses Buch ist wieder mit viel dunklem Humor gespickt und noch immer finde ich Dexters Art, wie er mit menschlichen Wesen interagiert lustig und spannend. Ganz ausversehen macht er seiner Rita einen Heiratsantrag und erfährt bei einem Angelausflug dass der kleine Cody ähnliche Neigungen hat wie er.

Obwohl, oder gerade weil dieses Buch rein gar nichts mit der 2. Staffel der Serie zu tun hat, ist es auf jeden Fall lesenswert für diejenigen, die „Des Todes dunkler Bruder“ kennen und mögen.

Dann bin ich eben weg von Christine Fehér

21. April 2010

Das Buch beschreibt den typischen Verlauf einer Magersucht. Alles beginnt ganz harmlos: Vor dem Geburtstag ihres Opas stellt Sina fest, dass ihr ihre Lieblingshose zu eng geworden ist und sie beschließt eine Diät zu machen. Unterstützt wird sie dabei von ihrer besten Freundin Melli, die bereits eine Traumfigur hat.

Bald sind die ersten Kilos runter und Sina bekommt von allen Seiten Komplimente und sogar ihr Schwarm Fabio wird endlich auf sie aufmerksam. Im Sportunterricht läuft es nun auch endlich besser und durch diese positiven Eindrücke bestätigt nimmt Sina weiter ab, immer mit dem Gedanken: Wenn ich erst meine Traumfigur habe, kann ich auch mal wieder was richtiges essen.  Schließlich wird ihr gesamtes Denken von Kalorientabellen, Hungern und Sport beherrscht und auch ihre  Umgebung bemerkt, dass Sinas Verhalten alles andere als normal ist. Da nun jeder darauf achtet, dass Sina genügend isst, beginnt sie Abführmittel zu nehmen, zu lügen und sich immer neue Tricks aus zu denken. Ihre Waage wird ihre beste Freundin und ihre schlimmste Feindin. Nach ein paar Wochen stellen sich bereits die ersten Mängelanzeichen ein: Die Blutung fällt aus, ständige Kälte (obwohl es Sommer ist) bis es schließlich mit knapp 40 Kilo und je 1/3 Salzstange zum Frühstück und Abendbrot zum Zusammenbruch kommt.

Sina wird in ein Krankenhaus eingeliefert und der schwierige, holprige Weg aus der Sucht beginnt…

Sina wächst in einer vermeidlich „normalen“ Familie auf, doch mit der Zeit wird klar, dass Sina nur durch ihre Leistungen wahrgenommen wird und sie eine strenge, dominante Mutter hat , so dass es ihr schwer fällt sich durch zu setzten und auch mal nein zu sagen.  Die Autorin bedient sich hier kleinen Einschüben, die entweder einen Traum Sinas oder ihr Wunschbilder einer Familie darstellen.

Ich fand das Buch sehr anschaulich geschrieben. Da die Autorin in der Gegenwart schreibt und sich außerdem der „Tagebuch-Perspektive“ bedient, wird das Denken einer Magersüchtigen und der schleichende Fortgang der Sucht sehr anschaulich beschrieben, bis schließlich das ganze Leben vom Hungern bestimmt wird. Allerdings merkt man, dass die Autorin nicht selber magersüchtig war und sich zum Teil typischer Schreibelemente bedient: „ Meine Arme sind wie die eines Skeletts, wenn ich sie um mich schlinge aber eure sind noch härter, weil sie mich nicht halten, sondern nur erdrücken“ (Buch Seite 101).

Das Buch kann nicht nur von Magersüchtigen gelesen werden, sondern auch von Leuten aus deren Umfeld oder wenn man sich allgemein über die Krankheit informieren möchte.

Die Tochter der Wanderhure – Iny Lorentz

20. April 2010

Mehr als zwölf Jahre sind vergangen, seit Marie, die ehemalige Wanderhure ihre letzten Abenteuer bestehen musste. Nun lebt sie glücklich und zufrieden mit ihrem Mann Michel auf Burg Kibitzstein. Ihre Tochter Trudi ist der ganze Stolz der beiden und träumt bereits selbst von der großen Liebe.

Doch dann passiert das Unfassbare, und Trudi muss sich einem Abenteuer stellen, das ihr ganzes Leben verändern wird…

Wieder ein Buch aus der Wanderhuren Serie das ich einfach nur verschlungen hab…man fiebert die ganze Zeit mit, welches Abenteuer, vorher Marie und nun Trudi, bestehen muss.

Für mich ist es nie langweilig geworden und konnte es fast in einem Rutsch durchlesen!!

Was ich auch immer wieder interessant finde, ist einfach das man erfährt, wie es zur damaligen Zeit vor sich ging…in dem Falle, dass man wirklich teilweise Wochen brauchte um z.B. eine Entfernung zu überbrücken, die man heutzutage in einem Tag oder sogar weniger erreicht ! Oder allgemein wie die Gesellschaftshierarchie war. All diese kleine Dinge finde ich immer wieder interessant zu lesen!

Was man aber sagen muss, wie bei den anderen Wanderhuren-Büchern war es schon so, das man meist schon vorab wusste, wie es enden würde…macht es aber nicht langweiliger…einfach weil man den Weg zum Ende ja noch nicht kennt, und bekanntlich ja der Weg das Ziel ist :-)!

Das Buch von Wolfgang und Heike Hohlbein

19. April 2010

Das Buch- Wolfgang und Heike Hohlbein

Endlich vorbei! Sollte ich dieses Buch in zwei Wörtern erklären würde ich sagen: verwirrend und sehr langatmig.

Aber erst mal worum geht es eigentlich?:

 Seit Jahrhunderten wachen die geheimnisvollen Hüterinnen über das Archiv, in dem das Leben der Menschen aufgezeichnet wird. Doch jetzt ist die Ordnung der Dinge in Gefahr, da Unbekannte in das Bücherlabyrinth eindringen und die Vergangenheit und damit die Gegenwart umschreiben. Leonie, die junge Erbin einer Buchhandlung, begreift nur langsam, dass auch sie der uralten Gemeinschaft der Hüterinnen angehört und dazu ausersehen ist, die Wirklichkeit zu retten. (Klappentext des Buches)

Die Geschichte fängt vielversprechend mit dem Besuch der Hauptperson Leonie (eigentlich Leonida) und ihrer Großmutter in der großen Zentralbibliothek an, wo sie Leonie  gegen ihren Willen ein Praktikum  verschaffen wollen, da sie einmal die Buchhandlung ihrer Großmutter erben soll. Doch durch den plötzlichen Tod ihrer Großmutter ist die Erbfolge alles andere als geklärt, was zu einem Auftreten zahlreicher merkwürdiger Personen führt, die alle im Prinzip das Gleiche wollen: Leonie als die rechtmäßige Erbin einsetzen….

Die Idee des Buches ist wirklich interessant, allerdings wird der Leser schon nach dem ersten Kapitel verwirrt, da  sich die Kapitel in sich wiedersprechen. Während die Rahmenhandlung weiter läuft beginnt die Geschichte doch jedes Mal aufs Neue. Zwar ist es durchaus spannend zusammen mit Leonie auf die Suche für diese vermeintlichen Widersprüche zu gehen,  allerdings muss der Leser ganze 350 Seiten aushalten, um auch nur mal eine Andeutung zu bekommen. Dieses Teil des Buches fand ich seeeehr langatmig und zum Teil auch wirklich nervig, was durch das merkwürdige, unfreundliche Verhalten der Eltern, speziell des Vaters noch verstärkt wird.  Hat man diese 350 Seiten hinter sich gebracht, erklären sich auch endlich die ganzen“ Neustarts“ und es wird zum ersten Mal richtig spannend! Allerdings wird diese auch hier wieder durch einen Neustart zunichte gemacht, was ich als überaus unnötig empfunden habe. Im Allgemeinen hätte das Buch locker 300 Seiten kürzer sein können, ohne seine Spannung zu verlieren, vermutlich hätte es sie sogar eher gesteigert.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich mich schon bis zum Ende quälen musste und ich das Buch teilweise weggelegt habe, weil es mich genervt hat. Allerdings kann ich mir die Handlung sehr gut als Film vorstellen, da die ganzen Ausschmückungen (für die Hohlbein ja bekannt ist) wegfallen würden. Hinzu kommt, dass die Handlung an manchen Stellen zu einfach gelöst ist, nicht aufgeklärt wird oder  unlogisch ist, was dem Buch auch Minuspunkte einheimst. Das Ende ist auch äußerst unspektakulär und simpel gelöst wenngleich auch hier wieder ein Hauch von Spannung aufkommt. Allerdings ist auch hier wieder die Langatmigkeit störend.

 Ich würde das Buch wegen seiner Langatmigkeit nicht weiter empfehlen.

 Dies ist das erste Hohlbein- Buch welches ich gelesen habe und obwohl die Kritik nicht allzu gut ist, würde ich es dennoch nochmal mit einem anderen Buch versuchen.