Halbzeit Elisabeth- Kaiserin wider Willen

Ich habe ja bereits im Januar mit der Biographie der berühmten Kaiserin von Österreich angefangen und bin auch noch fleißig dabei sie zu lesen, allerdings habe ich zwischenzeitlich Klausuren geschrieben und auch anderen Bücher gelesen, so dass ich hier zumindest mal einen Zwischenstand geben will, damit ich nachher nicht alles vergesse.

Zunächst mal dazu warum ich mir eine Biographie von Elisabeth von Österreich gekauft habe: Jedes Jahr zu Weihnachten lassen wir uns alle von der Romy Schneider- Trilogie verzaubern und leiden mit der jungen Elisabeth, die eigentlich nie Kaiserin werden wollte und unter dem Regime der Schwiegermutter, der Etikette am Hof und der Abwesenheit ihres Mannes fast zerbricht. Doch war die „echte“ Sisi wirklich so wie sie in den Filmen dargestellt wird?

Nachdem ich nun die Hälfte der Biographie gelesen habe kann ich sagen, die Filme kommen nicht mal ansatzweise an die Person der wirklichen Sisi ran. Zwar gibt es in dem Film auch viele Anspielungen (zum Beispiel, dass Sisi stets leise und mit kaum beweglichen Lippen redete, da ihre Zähne sehr schlecht waren), doch bemerkt man diese erst, wenn man sozusagen darauf hingewiesen wird. In den ersten Jahren nach der Heirat mit Franz- Josef hatte die menschenscheue Sisi es sehr schwer sich am Wiener Hof zu integrieren, da sie immer als „ländliches Dummerl“ abgetan wurde und sie zudem gegen ihren Mann und ihre Schwiegermutter ankämpfen musste, die aber bei weitem nicht so gegen Sisi war, wie in der Romy Schneider- Verfilmung dargestellt.

Die Person welche den größten Kontrast zum Film darstellt ist Sisi Mutter, Herzogin Ludovika in Bayern und die Schwester der Königin. Diese war bei weitem nicht so selbstbewusst wie im Film dargestellt und ihrer Schwester gegenüber eher unterwürfig und in ihrer Ehe absolut nicht glücklich.

Sisi selber wurde erst selbstbewusst als sie mit Anfang 20 merkte wie schön sie eigentlich war und begann sich gegen ihren Mann zu behaupten.

Hach eigentlich gibt es noch so viel über diese interessante Kaiserin zu berichten.  Aber hier soll es ja in erster Linie um das Buch gehen. Also das Buch zeichnet sich vor allem durch seine Lesbarkeit aus. Brigitte Hamann schafft es den Leser ab der ersten Seite zu fesseln und diese widersprüchliche Kaiserin sehr lebendig darzustellen. Neben dem Leben der Kaiserin beschreibt die Autorin ebenfalls sehr ausführlich die politischen Hintergründe dieser Zeit. Dies gehört zu meinem einzigen Kritikpunkt: Oftmals wird das Geschehen mit Zitaten aus Tagebüchern, Briefen oder Zeitungen beschrieben, was nicht immer klar verständlich ist und mich zum Teil doch eher verwirrt hat.

Alles in allem kann ich bis jetzt sagen, wer etwas über Elisabeth von Österreich ganz ohne den Mythos erfahren will, ist mit diesem Buch mehr als gut beraten!

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8 Kommentare - “Halbzeit Elisabeth- Kaiserin wider Willen”

  1. irina Says:

    Ich würde mich freuen, wenn du nicht nur über das Buch, sondern auch mehr über die Kaiserin berichten würdest – ich zumindest finde das sehr interessant!

  2. miri Says:

    Hallo Irina! Willkommen auf unserem Blog. Da es sooo unglaublich viel über die Kaiserin zu schreiben gäbe und ich nicht den ganzen Blog damit füllen kann, habe ich mir gedacht du könntest mich ja fragen was dich interessiert und ich erzähle dir dann was dazu. Vielleicht finden andere Leser das dann auch ganz interessant 😉 Was hälst du davon?

  3. irina Says:

    Um ehrlich zu sein: Ich kann dir gar nicht sagen, was mich interessiert, weil ich so gut wie nichts über Sisi weiß – da lässt es sich schwer Fragen stellen. Ich fand nur das, was du erzählt hattest, zum Beispiel die Sache mit den Zähnen, sehr spannend! 🙂

  4. miri Says:

    😀 Also wenn du das über Sisi erfahren willst, würde ich dir wirklich dieses Buch empfehlen. Was ich zum Beispiel sehr interessant fand, war Sisis Wandlung im Laufe des Buches: Zu Beginn war sie sehr scheu und unsicher und hat sich sehr oft in irgendwelche Krankheiten geflüchtet, um ihrer Aufgabe als Kaiserin zu entgehen. Als sie dann mit Anfang/ Mitte 20 rausfand wie hübsch sie war und welchen Einfluss sie auf Männer, insbesondere auch auf ihren Mann hatte, wurde sie immer selbstbewusster. Ihre Liebe zu Ungarn stieg parallel mit dem Hass gegen Wien und bald wurde dies ihre bevorzugte Heimt. Generell hat sie alles mit großer Leidenschaft verfolgt, wie ungarisch lernen oder reiten oder mit der selben Leidenschaft verabscheut, wie zum Beispiel den Wiener Hof. Ihr Mann war ihr, ihr Leben lang treu ergeben, wohin gegen sie sich ihm und auch ihrem Land gegenüber mit der Zeit als ziemliches Biest entwickelt hat.
    Ich hoffe ich habe nun deine Neugierde geweckt ^^

  5. irina Says:

    Ja, und wie du meine Neugierde geweckt hast. Vielen Dank für deine ausführliche Antwort! 🙂

  6. miri Says:

    Bitte gerne 😉 Falls noch Fragen sind, nur raus damit 🙂

  7. Soleil Says:

    Das klingt alles total spannend! Ich glaube, ich greife dann doch mal zu dem Buch *g*
    Was mich bei Ludovika immer gewundert hat, war im Film wie inniglich sie mit ihrem Mann war, der ja fast nur im Wirtshaus war und ständig peinlich auffiel. Für eine Frau wie sie muss das schlimm gewesen sein. Außerdem … der viele Alkohol.
    Sissi und schlechte Zähne, sieh mal an *gg*
    Ich könnte noch ganz viel davon lesen und hoffe, Du gibts noch mehr Zwischenstände bekannt, ehe Du die Rezi postest! 🙂

  8. miri Says:

    Hallo Soleil,
    ja ich finde das Buch auch wirklich spannend, unter anderem auch weil es wirklich eine ganz andere Sisi darstellt.
    Diese innige Beziehung zwischen Max und Ludovika hat es wirklich nie gegeben. Er hat sich viel mehr mit anderen Frauen vergnügt und hatte auch viele uneheliche Kinder. Er ist zu dem im Adel auch immer negativ aufgefallen, weil er sich zum Beispiel gerne in der Zirkusmanege ausgelebt hat! Sisi war ihm in alldemm sehr ähnlich 😉
    Es ist sehr schwer bei dem Buch immer Zwischenstände zu geben, weil es einfach so wahnsinnig viel zu berichten gäbe. Wenn du das Buch liest wirst du es selber merken! Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir danach einmal schreibst wie es dir gefallen hat!
    Faszinierend finde ich, wie unglaublich egoistisch Sisi im Laufe ihres Lebens geworden ist. Bei der aktuellen Stelle im Buch gibt es in Wien eine Weltausstellung, wo der Adel aus der ganzen Welt kommt und weil Sisi ja das repräsentieren hasst, flüchtet sie sich immer wieder in irgendwelche Krankheiten, weil sie einfach keine Lust hat Kaiserin zu spielen. Gleichzeitig setzt sie einen enormen Ehrgeiz daran, besonders gut reiten zu lernen, um die ganzen Jagden und Tuniere mitreiten zu können und die besten Jagdpferde aufzutreiben. Hierbei reist sie zum Beispiel nach England, wo sie die Queen auch gegen sich aufbringt, weil sie das Protokoll nicht genügend einhält.


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